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Stormarner Tageblatt

19. November 2017 | 04:19 Uhr

Erste Interessenten für den Airport

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vorläufiger Insolvenz-Verwalter des Lübecker Flughafens verbreitet Hoffnung / Staatsanwalt prüft mögliche Insolvenzverschleppung

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 18:33 Uhr

Einen groben Überblick hat sich Klaus Pannen bisher am Flughafen Lübeck-Blankensee verschafft – mehr noch nicht. Was aber an Tag 2 der Arbeit des vorläufigen Insolvenz-Verwalters und des Not-Geschäftsführers Siegmar Weegen deutlich wurde: Die Flughafenbetriebsgesellschaft „Yasmina“ habe „beträchtliche Schäden“ hinterlassen, bilanzierte Pannen gestern. Es gebe „erhebliche Verbindlichkeiten bei Lieferanten, Mitarbeitern und der Stadt“, so Pannen. „In einer zweiten Runde wollen wir prüfen, ob Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können“, sagte der Elmshorner Rechtsanwalt. Dennoch halte er auch eine Eigensanierung über einen Insolvenzplan für möglich.

Die Lübecker Staatsanwaltschaft prüft inzwischen, ob es einen Verdacht auf Insolvenzverschleppung gibt. Das sei reine Routine, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nach der Insolvenzordnung müssen Geschäftsführer oder Gesellschafter einer GmbH spätestens drei Wochen nach der Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden. Der Flughafen hat nach Angaben der Hansestadt seit Herbst 2013 keine Pacht mehr an die Stadt überwiesen – 189 000 Euro wurden erst vor kurzem angemahnt.

Sowohl Pannen als auch Weegen machten aber vor allem den 100 Mitarbeitern des Airports Hoffnung: Der Flugbetrieb gehe für mindestens zweieinhalb Monate unvermindert weiter – Dank Insolvenzgeld für die Angestellten. Und in den zwei vergangenen Tagen hätten sich bereits mehrere Interessenten gemeldet, darunter auch frühere Bieter, sagte Pannen, der wie Weegen aber keine Namen nennen wollte – aus verhandlungstaktischen Gründen.

Einer der Bewerber aus dem Bieterverfahren rund um den Flughafenverkauf im Jahr 2012 – der Lübecker Geschäftsmann Björn Birr von Bismarck – hat jedoch bereits öffentlich Interesse bekundet. In der kommenden Woche sollen erste Gespräche stattfinden, sagte Weegen und sah gestern „sehr gute Aussichten, dass ein Investor einsteigt“. Bismarck werde ein Angebot unterbreiten, sofern das Gespräch entsprechende Perspektiven aufzeigt, sagte Bismarck gestern. Grundlage solle seine Bewerbung für den Flughafenbetrieb von 2012 sein. Damals erhielt der Investor Mohamad Rady Amar den Zuschlag. Dieser ist jedoch – wie der neue Flughafeneigner Adam Wagner – untergetaucht und auch bis gestern weder für Stadt noch Flughafen erreichbar.

Dennoch: Optimistisch gehen Pannen und Weegen ans Werk. Letzterer denke nicht in Monaten, sondern in Jahren. „Wenn das Konzept aufgeht, das wir bereits 2012 entwickelt haben und sich die positive Entwicklung von 2013 fortsetzt, könnte der Flughafen in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht nur seine Verluste reduzieren, sondern auch operative Gewinne erzielen“, sagte Weegen, der bereits von Oktober 2013 bis Ende März 2014 schon einmal Airport-Chef gewesen war. Unter den Mitarbeitern ist er jedoch nicht unumstritten – trotz der hoffnungsvollen Töne an „Tag 2 einer neuen Ära“, wie Weegen den gestrigen Tag nannte.

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