Autobahn 1 : Erst Schnee, dann Unfälle

Ins Stau-Ende krachte gestern ein Lkw und schob auf der A1 einen Kleintransporter in einen weiteren Lastwagen.  Fotos: Burmester
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Ins Stau-Ende krachte gestern ein Lkw und schob auf der A1 einen Kleintransporter in einen weiteren Lastwagen. Fotos: Burmester

Wintereinbruch sorgt für Chaos auf der Autobahn 1 mit zwei schweren Unfälle. Die Rettungskräfte sind bis weit in die Abendstunden im Dauereinsatz.

Andreas Olbertz. von
28. Januar 2014, 06:00 Uhr

Was für ein Tag: Erst Schnee, dann Unfälle und schließlich Dauerstau auf der A1.

Kurz nach 9 Uhr nahm das Verhängnis seinen Lauf. Der 44-jährige Fahrer eines Kleinlasters aus Stade war von Hamburg aus in Richtung Lübeck unterwegs. Aus bisher noch ungeklärter Ursache kam er mit seinem 7,5-Tonner nach links von der Fahrbahn ab geriet auf die Mittelschutzplanke und kippte zur Seite. Der Laster war mit Fässern beladen, die 550 Kilogramm Kohlenwasserstoff enthielten. Der Fahrer war zwar nicht eingeklemmt, konnte das Fahrzeug aber nicht aus eigener Kraft verlassen. Ersthelfer befreiten ihn aus der Fahrerkabine. Er wurde leichtverletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die Autobahn musste komplett gesperrt werden. Insgesamt 80 Kräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr waren im Einsatz. Der Löschzug Gefahrgut musste die glücklicherweise unbeschädigt gebliebenen Fässer bergen und umladen. Im Laufe des Nachmittags konnten nach und nach einzelne Fahrspuren wieder frei gegeben werden. Der Verkehr staute sich teilweise auf einer Länge von bis zu zehn Kilometern in beide Richtungen.

Mittags krachte es dann erneut. Nach bisherigem Ermittlungsstand hat ein 53-jähriger Sattelzugfahrer aus Diepholz kurz vor 13 Uhr das Stauende zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide zu spät gesehen. Er versuchte noch, nach links auszuweichen, was ihm jedoch nicht mehr gelang. Der Sattelzug geriet ins Schleudern und prallte auf dem rechten Fahrstreifen auf einen ihm stehenden Sprinter. Der Kleinlaster wurde durch die Wucht des Aufpralls auf den vor ihm stehenden weiteren Sattelzug eines 50-Jährigen aus Oberhavel geschoben. Der Diepholzer rutschte sogar noch auf den Lkw mit Anhänger eines 35-jährigen Rumänen, der vor dem zweiten Sattelzug stand.

Der 46-jährige Sprinterfahrer aus Teterow war so schwer in seinem Fahrzeug eingeklemmt, dass die Feuerwehr herausschneiden musste. Er wurde mit lebensgefährliche Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, sein Beifahrer erlitt leichte Verletzungen, der Diepholzer Brummifahrer zog sich eine Platzwunde am Kopf zu. Die anderen Beteiligten blieben unverletzt. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 250 000 Euro.

Die Autobahn musste bis weit in die Abendstunden gesperrt werden, der Verkehr Richtung Süden wurde an der Anschlussstelle Bad Oldesloe abgeleitet, was zu innerstädtischen Verkehrsproblemen führte.

Aus den beiden Sattelzügen und dem Sprinter waren erhebliche Mengen Betriebsstoffe ausgelaufen. Die Feuerwehrkräfte mussten aus den aufgerissenen Tanks der beiden Sattelzüge den noch nicht ausgelaufenen Dieselkraftstoff abpumpen. Da einige Liter Kraftstoff in das Erdreich gesickert waren, musste der Boden noch ausgekoffert werden. Ein Mitarbeiter des Umweltamtes war ebenfalls an der Unfallstelle. Gefahren für die Umwelt sollen nicht bestehen. Eine Spezialfirma musste die Fahrbahn reinigen.

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