Mähdrescher unterwegs : Ernte läuft auf Hochtouren

Das Gerstenfeld   ist fast abgeerntet.  Ein  Blick  aus dem Fahrerhaus des Mähdreschers auf Trecker und Muldenkipper.
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Das Gerstenfeld ist fast abgeerntet. Ein Blick aus dem Fahrerhaus des Mähdreschers auf Trecker und Muldenkipper.

Die Landwirte nutzen das gute Wetter aus, um die Getreideernte einzufahren, auch wenn die Gerste zum Teil noch nicht ganz reif ist.

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19. Juli 2014, 08:00 Uhr

Mit dem Hochsommerwetter hat auch die Landwirtschaft Hochsaison. Auf einem Gerstenfeld zwischen Schüttenkaten und Havighorst arbeiten Wilhelm Schorr, sein Partner Dirk Petersen und zwei Erntehelfer unter Hochdruck. „Die Wetterprognose war gut, deshalb müssen wir heute raus“, sagt Petersen, seit 24 Jahren mit Leib und Seele Landwirt. Zwei Tage hätte man noch mit dem Dreschen warten können, „aber dann ist das Risiko zu groß, dass die Halme mürbe werden und abbrechen“, sagt Schorr und begutachtet den Boden des Getreidefelds. Da die Halme in diesem Jahr besonders hoch gewachsen sind, schafft der Mähdrescher mit knapp drei Hektar pro Stunde nicht ganz so viel wie sonst. Und da einige Halme noch etwas grün und daher schwieriger zu dreschen sind, verbrennt die Maschine acht Liter Diesel mehr pro Hektar.

Seit frühmorgens sitzt Petersen im Fahrerhaus, glücklicherweise ist es klimatisiert. Über Funk ist er mit dem zweiten Mähdrescher und den beiden Traktoren mit Anhänger verbunden. Immer wenn der acht Tonnen fassende Korntank voll ist, leuchtet außen eine Lampe und signalisiert dem Traktorfahrer, dass abgeladen werden muss. Die Gerste fließt in einem Schwall in den Muldenkipper, der 43 Kubikmeter Getreide aufnehmen kann. In wenigen Minuten ist der Tank entleert, und der Traktor dreht ab. So geht das einige Stunden bis zur Mittagspause um 13 Uhr. Bei trockenem Wetter müsse man eben jede Stunde sinnvoll nutzen, und auch mal bis in die Nacht hinein, egal ob Sonnabend oder Sonntag. Nässe sei vor allem für die Maschinen nicht gut.

„Das ist heute schon ein anspruchsvolles Dreschen“, sagt Petersen. Wo die Gerste, durch Wind niedergedrückt wurde, stockt sein Mähdrescher auch mal, aber der Landwirt hat alles im Blick. „Wie viel wir genau auf dem Feld geerntet haben, weiß man erst hinterher“, sagt er. Es sieht jedenfalls nach einer großen Menge aus, die in 800 bis 2000 Tonnen fassenden Silos auf dem Hof Schorr gelagert wird. Verkauft werde die Gerste, wenn der Preis gut sei, so der Landwirt. Der Hof Schorr ist eine Betriebsgemeinschaft. Auf den 1000 Hektar umfassenden Ländereien werden auch Raps und Weizen angebaut.

Den ganzen Sommer über haben die Landwirte alle Hände voll zu tun. Nach dem Dreschen der Gerste wird der Boden für die Raps-Bestellung Mitte August vorbereitet. Die Fruchtfolge Gerste – Raps – Weizen sei wichtig für die Bodenqualität.

Während der Saison bis Mitte September packen die Studenten Nils Christiansen aus der Nähe von Gettorf und Gerret Müller aus Niedersachsen kräftig mit an. „Wir verdienen hier im Sommer Geld und lernen gleichzeitig was für unser Studium“, sagt Christiansen, der den Traktor über das Feld steuert. Auch Gerret Müller hat seinen Mähdrescher fest im Griff. Alles läuft wie am Schnürchen. „So soll es sein“, sagt Schorr, „Die Gerste wurde in zwei Tagen abgeerntet.“

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