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Stormarn : Ernte 2014: „Wir können nicht klagen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Landwirte sind mit Erträgen bei Spargel, Getreide und Erdbeeren zufrieden. Sorgen bereitet ihnen die Preisentwicklung.

Noch sind nicht alle Weizen- und Roggenfelder abgeerntet, aber eines ist nach den Worten des Geschäftsführers des Kreisbauernverbands Stormarn, Peter Koll, schon jetzt zu erkennen: „Es war ein gutes Jahr für die Landwirte.“ Die Erträge beim Spargel, den Erdbeeren und auch beim Getreide waren gut. Was allerdings nicht so ganz dazu passt, ist der Getreidepreis. „Die guten Erträge fangen den derzeit niedrigen Preis nicht ganz auf. Trotzdem können wir im Moment nicht klagen“, so Koll.

Beim Weizen, der zu rund 50 Prozent bereits geerntet ist, gibt es leichte Einschränkungen. Die Erträge sind zwar auch hier gut, aber die Qualität war nicht überall so berauschend. Der Weizen hat zum Teil einen Eiweißgehalt, der für die Einstufung als Brotgetreide zu niedrig ist. „Fallzahl und Backqualität stimmen aber“, betont Koll. Wie bei Gerste und Raps sind auch beim Weizen die Preise auf den Weg nach unten. „In den vergangenen 14 Tagen haben sie deutlich nachgegeben“, sagt Koll. Ein Doppelzentner Brotweizen wird derzeit für rund 16,50 Euro gehandelt. Für Futterweizen sind es 14 Euro für 100 Kilogramm. Im vergangenen Jahr erzielten die Landwirte für den Doppelzentner Brotweizen einen Preis von rund 18 Euro.

Bei Raps sieht es im Handel nicht viel besser aus. „Der Ölgehalt ist sehr gut“, meint Koll, aber der Preis könne mit knapp 30 Euro pro Doppelzentner nicht mithalten. 2013 wurden während der Erntezeit rund 35 Euro gezahlt, im Winter wurde der Raps sogar mit 40 Euro pro 100 Kilogramm gehandelt. Bei den meisten Landwirten laufen bereits die Vorbereitung für die neue Aussaat. „Anfang kommender Woche wird schon die erste Rapssaat ausgebracht“, so Koll.

In diesem Jahr darf dabei kein gebeizter Raps mehr verwendet werden. Durch die Beize wurden die jungen Pflanzen vor dem Flickenbefall und Insektenfraß geschützt. Verboten wurde die Beize, in der sich Neonicotinoide befindee, weil dadurch die Bienen geschädigt werden können. „Auf einen Hektar wurde drei Kilo Rapssaat mit etwa 20 bis 25 Gramm Beize ausgebracht. Das war der beste Schutz für Saat und die jungen Rapspflanzen“, so Koll. Wenn der ungebeizte Raps befallen werde, müssten die Landwirte zur chemischen Keule greifen und spritzen.

Auf welcher Fläche in diesem Jahr Raps ausgesät wird, ist noch offen. Nicht nur wegen des Verbots der Beize, sondern auch wegen des niedrigen Preises. „Sinkt der Preis unter 30 Euro pro Doppelzentner könnten sich einige Landwirte überlegen ob sie überhaupt Raps anbauen“, merkt Koll an.

Wenn die Rapssaat für die kommende Ernte bereits in den Boden gebracht wurde, muss der Mais noch gerodet werden. Aber auch hier können die Landwirte positiv dreinschauen. „Der Mais steht gut“, sagt Koll. Trotzdem könnten die Landwirte Regen gebrauchen. Zum einen für den Mais, zum anderen auch für die bevorstehende Aussaat der Getreide.

 

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