Fehlstart in der 3. Liga : Erneute Niederlage: VfB Lübeck verspielt Pausenführung gegen Halle

Martin Röser (re., hier im Laufduell mit Halles Jonas Nietfeld) brachte den VfB zwar in Führung, doch auch im siebten Anlauf blieben die Lübecker sieglos.
Martin Röser (re., hier im Laufduell mit Halles Jonas Nietfeld) brachte den VfB zwar in Führung, doch auch im siebten Anlauf blieben die Lübecker sieglos.

Der Drittliga-Aufsteiger unterliegt dem Halleschen FC mit 2:3 (1:0) und bleibt siegloses Tabellenschlusslicht.

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24. Oktober 2020, 16:00 Uhr

Lübeck | Ein erneut spektakuläres Spiel brachte dem VfB Lübeck nicht den ersten Saisonsieg in der 3. Liga ein. Trotz Pausenführung und Ausgleich nach zwischenzeitlichem Rückstand - der Aufsteiger musste sich dem Halleschen FC mit 2:3 (1:0) geschlagen geben.

Im Vergleich zum 3:4 am Dienstag bei Türkgücü München veränderte Rolf Landerl seine Startelf nur auf einer Position. Statt Thorben Deters durfte diesmal Patrick Hobsch von Beginn an ran. Der Österreicher verstärkte gegen Halle zudem das Zentrum: Ersin Zehir und Mirko Boland bildete eine Doppel-Sechs, Martin Röser kam hinter den Spitzen auf der Spielmacherposition zum Einsatz.

Erstmals nach überstandenem Muskelfaserriss wieder im Kader stand Sebastian Hertner. Für Tommy Grupe (muskuläre Probleme) reichte es nach nur zwei Trainingstagen hingegen noch nicht.

Per Freistoßtor zur Führung

Ganz so schwungvoll wie in den vergangenen Spielen begann der VfB diesmal nicht. Aus einer etwas tieferen Haltung heraus nahmen die Gastgeber den Gegner in Empfang. Die erste Torchance entstand dann auch nicht aus dem Umschaltspiel, sondern nach einer Standardsituation – die aber führte gleich zum Erfolg: Nachdem Yannick Deichmann von Jonas Nietfeld gefoult worden war, zirkelte Röser das Leder aus 20 Metern zum 1:0 in den Winkel (10.). Drei Minuten später setzte Marvin Thiel sich auf dem linken Flügel durch und bediente Deichmann, dessen Schuss zur Ecke abgefälscht wurde.

Nach einer halben Stunde war es wieder eine Standardsituation, die für Gefahr sorgte. Bolands hohe Hereingabe aus dem Halbfeld brachte Hobsch per Hinterkopf aufs Tor – HFC-Keeper Sven Müller musste sich mächtig Strecken, um den Ball noch zur Ecke zu lenken.

Die erste Chance der Gäste ergab sich vier Minuten später. Nach einem Ballverlust von Marvin Thiel kam Julian Guttau zum Abschluss, denkbar knapp zischte das Leder am langen Pfosten vorbei.

Kurz vor der Pause brachte Boland nach einem zunächst abgewehrten Freistoß den Ball noch einmal in den Strafraum, wo Osarenren Okungbowa per Drehschuss am HFC-Schlussmann scheiterte (40.). Ein Distanzschuss von Niklas Landgraf, den Lukas Raeder zur Ecke klärte, war die einzige Möglichkeit, die Halle im ersten Abschnitt noch für sich verbuchte (44.). Ansonsten hatte der VfB Spiel und Gegner gut im Griff.

Halle macht mehr Druck

Nach der Pause intensivierten die Hallenser ihre Offensivbemühungen und kamen schnell auch zu einigen Abschlüssen. Nur einmal musste Raeder allerdings zupacken, als nach einer Ecke Terrence Boyd zum Kopfball kam (51.). Zusehends jedoch ließ der VfB den Gegner gewähren, kam nicht mehr richtig in die Zweikämpfe.

Die Konsequenz war eine zusehends größer werdende optische Überlegenheit der Gäste, die beinahe folgerichtig zum Ausgleich kamen. Nach Doppelpass am offenen Flügel mit Guttau traf Boyd zum 1:1 (63.). Zwei Minuten später hatten sich die Lübecker immer noch nicht sortiert. Derstorff konnte flanken und Laurenz Dehl zum 1:2 einköpfen.

Klassisch ausgekontert

Zunächst deutete nicht viel darauf hin, dass der VfB noch einmal wieder ins Spiel finden würde. Praktisch aus dem Nichts hauchte dann der eingewechselte Soufian Benyamina den Grün-Weißen auf dem Platz und auf der Tribüne neues Leben ein. Deichmann brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Deters in bester Position nicht zum Abschluss kam, die Kugel aber zu Benyamina spitzelte, der keine Mühe hatte, zum 2:2 einzuschieben (82.).

Der VfB versuchte den Schwung mitzunehmen – und ließ sich auskontern. In der Schlussminute machte Guttau mit Hilfe des Innenpfosten nach einem schnellen Gegenzug den 3:2-Auswärtssieg des HFC perfekt. In der Nachspielzeit bot sich zwar Hertner noch die Ausgleichschance, doch der Linksfuß setzte den Ball knapp am langen Pfosten vorbei.

VfB-Coach Landerl, der am Samstag seinen 45. Geburtstag feierte, war entsprechend gefrustet: "Wir hatten uns viel vorgenommen und auch gut ins Spiel gefunden. Leider haben wir fahrlässig in der zweiten Halbzeit den Vorsprung verspielt, weil wir naiv verteidigt haben. Und was nach dem 2:2 passiert, das darf uns einfach nicht passieren, dass wir aus der Euphorie heraus die Absicherung vergessen", ärgerte sich der Österreicher nach der fünften Saisonniederlage.

Statistik

VfB Lübeck – Hallescher FC 2:3 (1:0)

VfB Lübeck: Raeder – Riedel, Okungbowa, Rieble – Steinwender, Boland, Zehir, Thiel – Röser – Deichmann, Hobsch.

Hallescher FC: Müller – Landgraf, Vollert, Reddemann, Sternberg – Tisch-Rivero, Nietfeld – Derstorff, Dehl, Guttau, Boyd.

SR: Patrick Glaser (Wiesbaden). – Z: 1860 (ausverkauft).

Eingewechselt: Deters für Hobsch (45.) , Hertner für Thiel (57.), Benyamina für Röser (64.) – Papadopoulos für Nietfeld (25.), Eberwein für Dehl (74.), Vucur für Landgraf (84.)

Gelbe Karten: Hobsch (Foul) – Nietfeld (Foul), Co-Trainer Ziebig (Unsportlichkeit), Dehl (Unsportlichkeit), Boyd (Foul), Papadopoulos (Unsportlichkeit), Guttau (Foul)

Gelb-Rote Karte:  Papadopouls (90., wdh. Unsportlichkeit)

Tore: 1:0 Röser (10.), 1:1 Boyd (62.) , 1:2 Dehl (65.), 2:2 Benyamina (82.), Guttau (90.).

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