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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 00:45 Uhr

Reinfeld : Erinnerungen am Stolperstein

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zum 71. Todestag von Carl Harz findet am heutigen Mittwoch in Reinfeld eine Gedenkveranstaltung statt. Harz war Entwickler, Gestalter und Kritiker.

Fünf Monate ist es her, da wurde in Reinfeld der Stolperstein zur Erinnerung an das Schicksal von Carl Harz vor seinem ehemaligen Haus in der Carl-Harz-Straße 6 gelegt. Heute, am 13. August, jährt sich sein Todestag zum 71. Mal. Aus diesem Anlass werden am Stolperstein Blumen niedergelegt und es soll seiner gedacht werden. Beginn der Gedenkfeier ist um 18 Uhr.

Es soll erinnert werden an den Menschen, der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts wesentlich zur Entwicklung und zur Gestaltung Reinfelds beigetragen hat: Er hat Straßen anlegen und Villen bauen lassen, den Seepavillon und das Kurhaus errichten lassen sowie Reinfeld und die Umgebung touristisch erschlossen.

Und es soll erinnert werden an den Menschen, der sich seit seinem 25. Lebensjahr Gedanken gemacht hat zu den Themen Religion, Soziales, Wohnformen und Weltfrieden. Mit wirklich missionarischem Eifer hatte Carl Harz versucht, seine Schriften unter das Volk zu bringen. Er sandte sie an Kirchenvertreter, an Reichstagsabgeordnete, an den Reinfelder Bürgermeister und an weitere Personen. Direkt politisch hat er sich offensichtlich nicht betätigt, aber mit Kritik an den Kirchen und den Regierenden hielt er sich nicht zurück. Deshalb erhielt er in der NS-Zeit Veröffentlichungsverbot und wurde schließlich 1943 in so genannte Schutzhaft genommen. Im Gefängnis Lübeck-Lauerhof starb Carl Harz am 13. August 1943. Es heißt, es sei Selbstmord gewesen, aber er gilt ganz sicher als ein Opfer des Nationalsozialismus.

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erstellt am 13.Aug.2014 | 01:00 Uhr

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