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Vereinstreue : Eric Schlomm – die treueste Seele der Regionalliga

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der 23-jähriger Keeper Eric Schlomm pendelt seit Jahren ständig zwischen seinem Studienort München und Lübeck, um seinem VfB in der Fußball-Regionalliga zu helfen – oder einfach nur dabei zu sein.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 08:00 Uhr

Wohl dem, der so einen treuen Wegbegleiter hat. Auch am Sonntag bei der 3:5-Niederlage gegen den TSV Havelse (wir berichteten) war Eric Schlomm wieder vor Ort und stand seinem VfB Lübeck als Ersatzkeeper zur Verfügung. Da Jonas Toboll noch das letzte Spiel seiner Rotsperre aus dem vorletzten Regionalligaspiel der Saison 2014/15 gegen den Hamburger SV II abbrummte, füllte Schlomm die vakante Position auf der Bank aus, während Kennet Kostmann erneut von Anfang an ran durfte.

Darüber murren, oder gar irgendwelche Ambitionen hinsichtlich eines Einsatzes formulieren? Nein, das kommt Schlomm nicht in den Sinn. „Warum auch? Das stört mich nicht. Ich bin nach wie vor froh, dass ich überhaupt zum Kader gehöre und dabei sein kann“, sagt der 23-Jährige, der parallel zum Fußball derzeit an seiner Bachelor-Arbeit (Thema: Bedienkonzept für ein Zugbegleiter-Terminal im ICE) bastelt.

2003 fand der Schlussmann zusammen mit Henrik Sirmais vom Lübecker SC 99 den Weg zur D-Jugend des VfB und blieb seitdem „seinem Verein“, der für ihn eine zweite Familie geworden ist, treu. „Schon als Kind war es mein Traum, für den VfB zu spielen. Das habe ich ja auch in der Jugend, in der zweiten Mannschaft oder auch in der Halle oft getan. Dass es nun in der Ersten nicht klappt mit Einsätzen, stört mich nicht“, bekräftigt Schlomm.

Das erstaunt umso mehr, sieht man, welchen Aufwand der Keeper betreibt – und das schon seit mehreren Jahren. Sieben Stunden lang dauerte die Anreise von seinem Studienort München mit dem Zug nach Lübeck, um dort dann im Bus am Spieltag mit den Grün-Weißen die Fahrt nach Havelse antreten zu können. „Ich freue mich dabei sein zu können und genieße die Zeit mit meinen Kumpels. Da ist es dann auch absolut zweitrangig, ob ich spiele oder nicht. Ich habe mich in den Jahren an diese Rolle gewöhnt, nehme sie an und habe meinen Spaß.“

Ein echter Teamplayer, der gerne seine Mitstreiter in jeglicher Form unterstützt, sich aber auch weiter entwickeln möchte. Um seinem Klub eine noch größere Hilfe sein zu können, will sich Schlomm zeitnah einem Bayernligisten anschließen, um regelmäßig dort zu trainieren. Spielen will er im Süden Deutschlands aber nicht. „Mich gibt es nur im VfB-Trikot. Und das so lange, wie es geht und vor allem vom Verein gewünscht ist“, stellt Schlomm heraus, sieht das aber nicht als Treueschwur für die Ewigkeit an. „Nein. Was in Zukunft geschieht, kann keiner wissen. Wenn ich jetzt formuliere, dass ich auf jeden Fall bis zu meinem Karriereende an der Lohmühle bleibe, würde man mich vielleicht später darauf festnageln. Im Sport ist nichts unmöglich. Doch im Moment macht es für mich Sinn, einen Verein voll zu unterstützen, der vorankommt, inzwischen die richtigen Leute an der Führungsspitze hat und der mich immer gut behandelt hat. Dafür nehme ich fast alles in Kauf“, so der Schlussmann und machte sich nach Spielende auf den Weg von Havelse nach Hannover, um von dort aus mit der Bahn wieder in seine zweite Heimat nach München zu reisen…

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