Bargteheide : Erfolgstheater trotz Strukturreform

Vor dem Kleinen Theater: Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (3.v.li.) mit den Vereinsmitgliedern.
Vor dem Kleinen Theater: Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (3.v.li.) mit den Vereinsmitgliedern.

Der Treuhandverein Kleines Theater zieht eine durchweg positive Bilanz für das vergangenen Jahr und blickt optimistisch in die Zukunft.

Avatar_shz von
27. März 2018, 17:15 Uhr

Es war ein unruhiges Jahr 2017 im „Kleinen Theater“ Bargteheide – der Kulturring organisierte im 50. Jahr seines Bestehens zum letzten Mal Gastspiele und trat dann mit einem großen Knall ab. Kinobetreiber Hans-Peter Jansen war unglücklich über die Kooperation mit dem neuen Treuhandverein, was zu einem öffentlichen Schlagabtausch führte. Der neue Theaterwerkstatt-Verein bekam unerwartet Schlagseite und Kirsten Martensens Tochter Caroline Dibbern, genau wie der bisherige Theaterwerkstatt-Vorstand um Jan Roßmanek verließen die Kulturstätte (wir berichteten).

Immer wieder fiel bei diesen Streits und Diskussionen auch der Name des ehrenamtlich geführten Trägervereins, der treuhänderisch für die Stadt die Geschicke des Hauses leitet. „Neue Strukturen brauchen Zeit, sich einzulaufen. Man sollte den engagierten Ehrenamtlern die Chance dazu geben“, erklärte Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht beim Bilanzpressegespräch. „Natürlich kommt es in einem Haus mit so vielen Partnern zu Reibungen, aber ich sehe, dass sich bemüht wird, das alles unter einen Hut zu bekommen“, so die Bürgermeisterin weiter.

„Manche Diskussionen habe ich wirklich nicht verstanden. Manche Vorwürfe konnte ich nicht nachvollziehen. Einige Dinge wie etwa in der Theaterwerkstatt waren auch interne Probleme, mit denen wir nichts zu tun haben. Was dort schief gegangen ist, weiß ich nicht“, so der Vorsitzende des Trägervereins, Olaf Nehls, der zugab, dass kommunikativ nicht immer alles glücklich lief.

Mittlerweile habe sich vieles beruhigt und eingespielt. „Wir haben hinter den Kulissen bei der Besetzung des neuen Vorstands der Theaterwerkstatt mitgewirkt. Sie ist ein Herzstück des Kleinen Theaters“, so Nehls erleichtert. „Das neue Team ist voller Euphorie. Ich bin sehr optimistisch. Da kommt frischer Wind rein.“ Dasselbe gelte für die Zusammenarbeit mit Jansen. „Wir haben regelmäßige Partnergespräche mit dem Kino und dem Papillon. Das läuft alles easy jetzt“, so Nehls. Das Programm vom Kulturring könne man nicht 1:1 ersetzen. „Wir sind nicht die große Krake, die alles vereinnahmen und selbst machen möchte“, so Finanzvorstand Rainer Wiegard. „Wenn jemand kommt und das übernehmen möchte, wären unsere Türen offen“, so Nehls. Das gelte auch für die Jugendgruppe, die aus der Theaterwerkstatt austrat. Wiegard: „Wir möchten, dass sie dort wieder integriert wird.“

Trotz der Störfeuer sei es gelungen, 2017 zu „dem wohl erfolgreichsten Jahr im Kleinen Theater seit langer Zeit“ zu machen, freute sich Nehls. Rund 30 000 Besucher kamen zu 111 Veranstaltungen in die Bargteheider „Kulturperle“, wie Kruse-Gobrecht das Theater betitelt. Die Theaterwerkstatt kam bei 48 Veranstaltungen auf rund 14 000 Besucher. Der Treuhandverein selbst auf rund 10000 Besucher mit 43 Events und der Verschönerungsverein bei elf Aufführungen auf 3000 Besucher. „Der Kulturring lockte letztmalig 2200 Besucher ins Kleine Theater“, so Nehls.

Sehr gut sind das digitale Kartenbuchungssystem und die neue Homepage angelaufen. Über 80 Prozent der Verkäufe werden nun so abgewickelt, konnte Anja Liebnau berichten. Finanzvorstand Wiegard konnte zufrieden auf einen Gewinn von 10 533,56 Euro im Jahr verweisen. „Wir müssen die Balance finden und den Nerv der Zuschauer hier in Bargteheide treffen. Gute Kartenverkäufe sind wichtig für unserer Einnahmen“, so Wiegard. Ohne den Zuschuss (64 300 Euro) der Stadt könnten die Kosten für Technik, Marketing und Verwaltung nicht gestemmt werden.

Investiert wurde kräftig in das Gebäude selbst. Insgesamt stellt die Stadt 500 000 Euro zur Verfügung, so Kruse-Gobrecht. Manche Probleme am Gebäude habe es lange gegeben, aber erst der Treuhandverein habe dann auch angepackt, ist sich der Vorstand einig. Von der Kellersanierung über neue WCs bis zu Digitaltechnik reicht die Bandbreite der Verbesserungen.

„Wir wollen auch 2018 ein Programm anbieten, das die Bargteheider sehen wollen. Es soll für jede Generationwas dabei sein“, betont Nehls.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen