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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 18:06 Uhr

Bad Oldesloe : Erfolgsgeschichte „Exer“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Oldesloer Verwaltung registriert keinen besonderen Vandalismus am neuen Kunstrasenplatz. Der Versucht, den Platz nicht einzuzäunen, wird als gelungen betrachtet.

Was war im Vorwege nicht alles prophezeit und schlecht geredet worden: Der Platz werde binnen kürzester Zeit ruiniert sein, da werde eine halb Million Euro Steuergelder verbrannt, ob der fehlenden Sicherungen weigere sich die Firma, den Platz zu warten, … Und das alles, weil sich die Oldesloer Kommunalpolitiker dafür entschieden hatten, bei der Umrüstung des historischen Grant- zu einem modernen Kunstrasenplatz am Exer auf eine Einzäunung zu verzichten. Städtebaulich wollte man auf diesem zentralen Platz in der Stadt keinen Drahtkäfig haben und zudem sollte das neue Fußballfeld für alle offen und bespielbar sein. Weil Vandalismus natürlich nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde eine einjährige Testphase beschlossen. Das Jahr ist um, die Verwaltung zieht Bilanz.

Jedem Passanten fällt sofort ins Auge: Auf dem Platz ist immer was los. Freizeitkicker, Vereinsmannschaften – es ist ein ständiges, buntes Treiben.

Im Frühjahr zeigte sich sehr schnell, ganz ohne Regelungen geht es nicht, zumindest nicht, wenn auch Vereinssport mit Ligabetrieb möglich sein soll. Es kam zu Konflikten, als der VfL auf dem Kunstrasen Punktspiele austragen wollte, kickende Jugendliche sich aber weigerten, den Platz zu räumen.

Im ersten Anlauf erteilten die Politiker der Forderung von VfL-Vertreten nach einer Vorrangregelung eine Abfuhr: Eine Bevorzugung des Vereinssports sei nicht gewünscht. Daraufhin brach ein regelrechter Shitstorm im Internet los. Es könne doch nicht wahr sein, dass der beste Platz in der Stadt nicht für Ligaspiele zur Verfügung stehe.

In der Folge hat die Verwaltung mit Vereinsvertretern, Schulen und dem Kinder- und Jugendbeirat einen Plan für die partnerschaftliche Nutzung des Platzes erstellt. „Der Belegungsplan hat sich seitdem im Echtbetrieb bewährt“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Es habe seitdem keine Meldungen mehr gegeben, dass Punktspiele nicht ausgetragen werden konnten oder Freizeitkicker unsanft des Platzes verwiesen worden seien.

Es sei problemlos möglich gewesen, Sonderveranstaltungen wie beispielsweise ein Turnier oder ein Musikwochenende zu integrieren.

Mit Beginn des Herbstes wurde der Nutzungsplan umgestellt. Weil der Platz mit Flutlicht ausgestattet ist und der Kunstrasen bei schlechtem Wetter besser zu bespielen ist, werden dem Vereinssport mehr Zeitfenster eingeräumt. Die Verwaltung geht davon aus, dass auch das problemlos klappt, da in der kühlen Jahreszeit weniger Freizeitsportler kommen werden.

Befürchtungen „hinsichtlich einer besonderen Anfälligkeit des Platzes für Vandalismus“ haben sich aus Sicht der Verwaltung nicht bewahrheitet. Eine Firma pflege den Platz regelmäßig, auch der VfL kontrolliere das Grün vor dem Training und sammele grobe Verunreinigungen ein. Es seien „keine Berichte über außergewöhnliche Verschmutzungen oder Zerstörungen eingegangen“, so der Verwaltungsbericht.

Zwei Brandstellen waren aufgetaucht. Deren Beseitigung hätte weniger als 200 Euro gekostet. Die Firma habe allerdings von einer Reparatur abgeraten. Durch die anschließende Pflege seien sie inzwischen nicht mehr sichtbar. Zwischenzeitlich habe es einen weiteren Schaden mit einer klebrigen Flüssigkeit und einem neuen Brandfleck gegeben. Beschädigte Tornetze, die vom VfL bemängelt worden waren, seien ein häufiges Vorkommnis.

Seitens der Ausschussmitglieder wurde der Bericht mit Freude aufgenommen. Für die SPD sprach Hans-Hermann Roden von einer „Erfolgsgeschichte“. Uwe Rädisch (CDU) bemängelte, dass sich im Laufe der Jahre einiges an Kosten aufsummieren werde. Aber auch die CDU macht sich nicht weiter für eine Einzäunung stark.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 13.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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