Asklepios-Klinik Bad Oldesloe wird aktiv : Erfolgreicher Kampf gegen Keime

Unter den wachsamen Augen von Silke Nowak desinfiziert sich Klinik-Chef Philip Wettengel die Hände.
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Unter den wachsamen Augen von Silke Nowak desinfiziert sich Klinik-Chef Philip Wettengel die Hände.

Die Oldesloer Asklepios Klinik hat die neuesten Vorgaben in Sachen Krankenhaushygiene bereits erfüllt.

Andreas Olbertz. von
02. Januar 2015, 06:00 Uhr

„Wir können mit Stolz sagen, dass wir eines der Krankenhäuser sind, dass die Vorgaben bereits erfüllt“, freut sich Philip Wettengel, Geschäftsführer der Oldesloer Asklepios Klinik. Die „Krinko“, Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut, gibt verbindliche Leitlinien für Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen resistente Keime heraus. Für deren Umsetzung wurde eine Übergangszeit vereinbart. „Das wäre gar nicht sofort umsetzbar gewesen“, erklärt Wettengel, „weil es das benötigte Personal gar nicht gibt.“

Das Oldesloer Krankenhaus hat doppelt Glück. Nach Bettenzahl, der Menge der ambulanten Patienten und den Risikobereichen wird der Personalschlüssel ermittelt. Philip Wettengel: „Zufällig haben wir die Größe, dass wir mit einer Vollkraft etwas on top haben.“ Und dann sei es auch noch gelungen, mit Silke Nowak eine Hygienefachkraft an die Klinik zu binden.

Den Kampf gegen Keime nimmt der Geschäftsführer nicht auf die leichte Schulter. „Das ist Chefsache“, macht er unmissverständlich klar. Silke Nowak ist in einer Satabsstelle direkt bei der Geschäftsfühung angesiedelt, um an ihrer Kompetenz keinerlei Zweifel aufkommen zu lassen.

Krankenhaus-Hygiene, das wirkt sich in allen Bereichen aus. Die Oldesloer Klinik wird derzeit groß umgebaut. „Die Baupläne müssen natürlich mit Hygienikern abgestimmt werden. Sind die Abläufe aus Hygienesicht sinnvoll? Wo sind die Schleusen und Zugänge? Bis hin dazu, dass Kleidung zwischen verschiednenen Stationen gewechselt werden muss. Da sind ganz viele Dinge zu berücksichtigen erklärt Silke Nowak.“ Dazu kommen Fortbildungen für das Personal und regelmäßige Sitzungen im Haus. „Das kostet uns schon einen deutlich hohen fünfstelligen Betrag“, macht Wettengel die Dimension deutlich. Allerdings bekomme das Haus bei den zusätzlichen Personalkosten auch Zuschüsse.

Die Hygienebestrebungen haben aber auch ihre Grenzen. Theoretisch wären Einzelzimmel die beste Wahl, um die Übertragungsmöglichkeiten gefährlicher Keime zu minimieren. „Das würde die Heilung hinauszögern“, erklärt der Klinik-Chef: „Es ist erwiesen, dass es sich Angst mildernd auswirkt, wenn ich nicht alleine im Zimmer bin. Einzelzimmer sind also nicht er se das Beste“ Deshalb müsse die goldene Mitte gefunden werden.

80 bis 90 Prozent der Infektionen werden ohnehin direkt per Hand übertragen. Wettengel: „Jemandem nicht die Hand geben – eigentlich ist diese Unhöflichkeit das Beste, was dem Patienten passieren kann. Ein Kontakt weniger.“ Das Personal werde aber angehalten, die Patienten diese „Distanz“ zu erklären, um eben nicht unhöflich zu wirken.

Während Hygiene vor vier bis fünf Jahren noch kein Thema gewesen sei, seien die Patienten mittlerweile gut aufgeklärt und würden auch genau hinsehen. Doch nicht nur Patienten müssten informiert werden, auch die Besucher können ihren Beitrag zur Hygiene leisten. Überall in der Asklepios Klinik hängen neonfarbene Spender mit Desinfektionsmittel. „Besucher, bitte benutzt die Spender“, appelliert Silke Nowak. Die Vorschriften gehen mittlerweile so weit, dass der Verbrauch an Desinfektionsmittel protokolliert wird. Fällt eine Station zurück, wird sofort nach der Ursache geforscht.

Ein, zwei Pumpstöße von der Lösung in die Hand, etwas verreiben und schon ist alles sauber – weit gefehlt. „Verreiben Sie ruhig noch mehr“, ermuntert Silke Nowak bei einem Test. Unter UV-Licht tritt die Wahrheit zutage. Das Desinfektionsmittel fluorisziert. Stellen, die ungenügend benetzt wurden, bleiben dunkel. Weder Patienten, noch Personal oder Besucher müssen fürchten, mit der Desinfektion ihre Haut zu schädigen. Die Mittel seien gut abgestimmt und sogar rückfettend.

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