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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:16 Uhr

Trittau : Erfolgreiche Künstlerförderer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

25 Stipendiaten lebten und arbeiteten in den vergangenen 25 Jahren in der Trittauer Wassermühle.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2017 | 10:37 Uhr

Konzentration auf die eigene Kunst, Einsamkeit, Leben abseits von Großstadttrubel, finanzielle Sicherheit: Das Künstlerstipendium in der Trittauer Wassermühle bietet jedes Jahr Künstlern aus Norddeutschland eine echt Chance, den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung zu gehen.

Seit 25 Jahren finanziert die Sparkassen-Kulturstiftung das Projekt. Der „Geburtstag“ war ein guter Anlass, um am Wochenende alle Stipendiaten zu einem Treffen einzuladen und gemeinsam zurückzublicken. „Einige sind im Ausland tätig, wenige waren verhindert und eine Stipendiatin ist leider verstorben – alle anderen waren aber nochmal hierher gekommen und zogen rückblickend ein positives Fazit“, berichtet Katharina Schlüter, seit drei Jahren Kuratorin der Kulturstiftung.

„Es ist auch ein positives Feedback, wenn man hört, dass alle noch als Künstler tätig sind und zumeist die nächsten Schritte gegangen sind. Es wäre nicht fair einen oder eine jetzt ganz besonders herauszuheben“, so Schlüter weiter. Den ganz großen, internationalen Wurf habe noch keiner der Künstler nach dem Stipendium gelandet. „Aber was soll das schon genau heißen?Viele waren und sind Preisträger oder stellten auch international in bekannten Galerien aus“, so Schlüter. Dass unter den 25 Stipendiaten keine Megastars der Szene waren, sei nicht sonderlich schlimm.

Über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Stipendium berichtete Hannah Rath, die 2015 in der Wassermühle und dem angrenzenden Atelier lebte und arbeitet.

„Ich wurde hier sehr mit mir selbst und meiner Arbeit konfrontiert. Es gibt hier wenige andere Reize von Außen. Man kann sich auf die eigene Kunst konzentrieren“, erklärt sie. Das habe sie sehr genossen und diese Rückmeldung habe sie auch von einigen anderen ehemaligen Stipendiaten auf dem Treffen zum 25-Jährigen gehört. „Gerade im ländlichen Raum ist es bei Stipendien häufiger so, dass man sich mit oder auf ein bestimmtes Projekt bewerben muss. Das empfinde ich als einschränkend. Hier wird man hingegen weniger als Künstler für ein Projekt gesehen, sondern als Künstlerperson, die gefördert wird. Das ist sehr positiv“, lobt Rath das Programm des Kulturstiftung.. Dieses besteht aus 800 Euro finanzieller Unterstützung im Monat, der Wohnung in der Wassermühle, einem Atelier und vor allem 10 000 Euro für eine Abschlussausstellung und den entsprechenden Ausstellungskatalog. „Gerade die Kataloge und die Finanzierung der Ausstellung bringen die Künstler nochmal weiter. Doch auch für die Stiftung ist es sehr schön, jedes Jahr die individuell durch die Künstler gestalteten Kataloge zu erhalten“, erklärt Schlüter.

„Dieses Stipendium ist eine echte Erfolgsgeschichte in Stormarn mit Nachhaltigkeit. Das lässt sich ja auch daran ablesen, dass sie seit 25 Jahren Bestand hat“, sagt Landrat Henning Görtz beim Treffen im Atelier. Eine kleine Übersicht über die Abschlussarbeiten früherer Stipendiaten bezeichnete er als „beeindruckend und abwechslungsreich“.“ Er gehe davon aus, dass diese besondere Art der Künstlerförderung noch viele Jahre fortgesetzt werden soll und kann. Auch Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, freut sich, dass die Investition von rund 30 000 Euro in jeden Stipendiaten auch immer zu sichtbaren Ergebnissen für die Abschlussausstellung führte. „Es ist sehr interessant, zu sehen, was hier entsteht“, so Lüdiger.

Jedes Jahr bewerben sich zwischen 30 und 40 Künstler aus dem Norden auf das Stipendium. „Über die Auswahl entscheidet dann eine kompetente Jury“, erklärt Schlüter. Denen, die zwar in die engeren Auswahl kamen, aber kein Stipendium erhielten, werde eine Ausstellung angeboten.  

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