Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg : Erfolgreiche Bombenentschärfung in Bad Oldesloe

Die Experten des Kampfmittelräumdienstes mit der Bombe in bad Oldesloe.
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Die Experten des Kampfmittelräumdienstes mit der Bombe in bad Oldesloe.

In Bad Oldesloe wurde eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die Innenstadt wurde dafür evakuiert.

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19. Juni 2014, 15:39 Uhr

Bad Oldesloe | Nach etwa 30 Minuten war der Spuk vorbei: Sprengstoffexperten des Kampfmittelräumdienstes haben in Bad Oldesloe eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft. Die Innenstadt musste sicherheitshalber geräumt werden. Die Arbeit begann vorzeitig um 16.27 Uhr, eine rote Leuchtkugel warnt vor der Gefahr. Schon um 17.04 Uhr zeigte eine grüne Leuchtkugel an: Die Experten waren erfolgreich. Der abgesperrte Bereich kann wieder betreten werden.

Rund 2500 Menschen hatten bis zum Mittag ihre Wohnungen und Arbeitsstätten verlassen, sagte die Ratzeburger Polizeisprecherin Sonja Kurz. Dazu gehörten unter anderem rund 800 Schüler einer Grund- und Gemeinschaftsschule sowie 160 zum Teil pflegebedürftige Bewohner eines Seniorenheimes, von denen zwölf bettlägerig sind. Der Bahnverkehr sollte durch die Bombenentschärfung nicht gestört werden, hieß es. Bei dem Blindgänger handelt es sich um eine amerikanische Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Am Mittwoch begannen schon die Vorbereitungen. In einem Radius von etwa 500 Metern mussten knapp 1100 Haushalte evakuiert werden. „Ein besonderes Problem wird das Altenheim“, sagte Bürgermeister Tassilo von Bary. „Auch das muss komplett evakuiert werden.“

Das ist eine der Aufgaben, um die sich Christian Brand, Einheitsführer der Schnell-Einsatz-Gruppe, kümmern muss. Mit 120 Freiwilligen, die aus dem ganzen Kreisgebiet zusammengezogen werden, richtete er im ehemaligen Max-Bahr-Markt ein provisorisches Lazarett ein. „Der Laden steht leer, wir haben gesagt, den brauchen wir, und dann wird sich darum gekümmert“, so Brand.

Krankenhausbetten wurden herangezogen und vorbereitet. „Das ist für uns ein Standardprozedere“, erläuterte der Leiter. Zum Team gehörten am Donnerstag auch Kräfte der psychosozialen Notfallbetreuung gehören, die sich um die seelischen Folgen von Evakuierung und Bombenalarm kümmern werden. Bettlägerige Patienten wurden in die Asklepios-Klinik verlegt. Das Krankenhaus kann eine Station, die in Kürze saniert werden soll und deshalb leer steht, für bis zu 20 Betten anbieten. Verpflegung wurde gestellt, das Pflegepersonal brachte das Forsthaus mit, zusätzlich wurde ein Notarzt abgestellt. Im Einsatz waren neben den 85 Kräften vom Rettungsdienst 64 Feuerwehrleute, 42 Polizisten und 20 Helfer vom THW.

In dem Fall kam noch eine Besonderheit hinzu: Auch die Retter selbst mussten das Katastrophenschutzzentrum verlassen, das im Gefahrenbereich liebt. Christian Brand: „Wir sind komplett weg. Wir packen alles an Ausrüstung in Kisten und nehmen es mit zu Max Bahr.“

Die Fachleute kennen den Bombentyp. „In den meisten Fällen sind in Schleswig-Holstein Bomben mit Aufschlagzündern verwendet worden“, erklärt Mark Wernicke, Sprecher des Kampfmittel-Räumdienstes. Darin schlägt vereinfacht ausgedrückt eine Nadel auf ein Zündhütchen und löst damit die Detonation aus. Das ist bei diesem Blindgänger nicht passiert. Deshalb ist er aber nicht harmlos. Wernicke: „Der Umgang mit Bomben ist immer gefährlich.“

Seine Kollegen kündigten vor der Entschärfung an, den Zünder mit Rostlöser zu besprühen und dann zu versuchen, ihn herauszuschrauben. Im Idealfall klappt das. „Begünstigt von Lehmschichten hat die Bombe einen ganz guten Zustand“, so der Experte. Wie es im Innern aussieht, konnte er zuvor allerdings nicht abschätzen.

(mit dpa)

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