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Borstel : Erdnuss-Allergie auf der Spur – Forscher aus Borstel ausgezeichnet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Christian Schwager ist ein wichtiger Schritt in der Diagnostik von Erdnuss-Allergien gelungen. Dafür ist er mit einem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet worden.

Borstel | Dieser Tage wird nicht nur bekanntgegeben, wer die diesjährigen Nobelpreise erhält. Christian Schwager aus der Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie am Forschungszentrum Borstel hat den Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie erhalten. Der mit 5000 Euro dotierte Preis würdigt seine Arbeit an der Aufklärung von Allergenen der Erdnuss. Die prämierte Publikation, die in der Fachzeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht wurde, entstand im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Promotions-Projekts.

Aufgrund der Schwere der Erdnuss-Allergie ist eine aussagekräftige Diagnostik wichtig, um Patienten mit solch einer Allergie möglichst schnell zu erkennen. Bisher geschieht dies, indem man sie in der Klinik bei bereitstehenden Notfallmedikamenten Erdnuss-Präparate essen lässt. Da dieses Verfahren für den Patienten nicht ungefährlich ist, arbeitet man in der Medizinischen Klinik in Borstel an Serumtests mit Hilfe von so genannten Marker-Allergenen.

Um mit diesem Verfahren aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, muss das Spektrum an Marker-Allergenen möglichst breit sein. „Die Erdnuss-Allergie ist eine der am weitesten verbreiteten Nahrungsmittel-Allergien in der westlichen Welt und geht überproportional häufig mit lebensgefährlichen Reaktionen einher. Allergenlösungen, die zur Diagnostik und Therapie verwendet werden, werden bislang bei der Herstellung entfettet. Da Erdnüsse sehr fettreich sind, liegt es aber nahe, dass der Ölanteil eine wichtige Rolle bei der Ausprägung der Allergie spielt“, sagt Prof. Uta Jappe, die Leiterin der Forschungsgruppe und Oberärztin an der Medizinischen Klinik Borstel.

Christian Schwager von der Forschungsgruppe ist es gelungen, im Ölanteil der Erdnuss bestimmte fettgebundene Proteine, so genannte Oleosine, nachzuweisen. Er konnte zeigen, dass Patienten, die schwere allergische Reaktionen auf Erdnüsse zeigen, auf genau diese Oleosine reagieren. Des weiteren fand er heraus, dass auch die Verarbeitung eine Rolle spielt: In gerösteten Erdnüssen ist die Eigenschaft von Oleosinen, schwere allergische Reaktionen auszulösen, allerdings noch ausgeprägter.

„Die Oleosine sind Marker-Allergene. Diese Ergebnisse wollen wir für die Entwicklung einer verbesserten Diagnostik für die Patienten nutzen“, kündigt Jappe an. Die Forschungsgemeinschaft arbeite mit Hochdruck daran, Oleosine für die Routinediagnostik nutzbar zu machen, führt sie weiter aus.

„Ich freue mich wirklich sehr über den Preis und ebenfalls darüber, dass ich meine Forschung fortsetzen kann“, sagt Christian Schwager. Seine prämierte Arbeit verbindet Grundlagenforschung und klinische Arbeit mit den Patienten, ein Ansatz, der am Forschungszentrum Borstel und in der Leibniz-Gemeinschaft verfolgt wird.

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