Bargfeld-Stegen : Erdkabel ersetzt 40 Stahlmasten

Kabelverlegung auf einem Acker: Auf der vollen Trommel sind 2000 Meter Erdkabel.
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Kabelverlegung auf einem Acker: Auf der vollen Trommel sind 2000 Meter Erdkabel.

SH Netz AG legt Mittelspannungs-Leitungen zwischen Elmenhorst und Bargfeld-Stegen unter die Erde.

shz.de von
27. Juli 2015, 12:15 Uhr

Zwischen Elmenhorst und Bargfeld-Stegen wird intensiv gebuddelt: Die Schleswig-Holstein Netz AG verlegt dort die Mittelspannungs-Stromleitung unter die Erde. Die etwa 40 Stahlmasten auf der 4,8 Kilometer langen Strecke werden anschließend abgebaut. Hinzu kommen noch 1,5 Kilometer Niederspannungsleitungen mit 380 Volt für die direkte Versorgung von Haushalten entlang der Trasse.

„Das dient der Versorgungssicherheit und dem Vogelschutz“, sagt Carsten Hack, Leiter des Netzcenters in Ahrensburg. 400 000 Euro investiert der Netzbetreiber für diesneuen Leitungen, zu der auch fünf Mittelspannungsstationen gehören. Das sind vereinfacht gesagt Transformatoren, die Leitungsverluste vermindern helfen und gleichzeitig eine Niederspannung für die nähere Umgebung liefern.

Der Netzbetreiber spart damit in Zukunft Wartungskosten. Statt Inspektion alle vier und Wartung alle acht Jahre verlängern sich diese Intervalle auf sechs und zwölf Jahre. Das Entasten von Sträuchern unter der Freileitung fällt natürlich gänzlich weg.

Erdkabel sind grundsätzlich weniger anfällig für Witterungseinflüsse. Sie werden in Leerrohren verlegt. Auf Wiesen und Feldern werden sie 1,25 Meter tief vergraben, auf öffentlichen Flächen wie am Straßenrand liegen sie nur 80 Zentimeter tief.

Die Grundbesitzer müssen einer Verlegung zustimmen und werden dafür entschädigt. „Das lief hier ganz gut“, sagt Projektleiter Marko Roloff, „wir bevorzugen natürlich öffentliche Flächen.“ Außerdem müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden, der Netzbetreiber erwirbt dafür Ökopunkte.

Bis Ende August sollen die Erdarbeiten beendet sein. Wenn die alten gekappt und neuen Leitungen ans Netz gehen, kann es zu kurzen Stromausfällen kommen. Die betroffenen Anlieger werden vorab per Brief informiert. „Wir bitten dafür um Verständnis“, sagt Roloff, „wir versuchen die Auswirkungen zu minimieren.“

Wo es möglich ist, arbeiten Netzbetreiber und Verwaltungen Hand in Hand und stimmen ihre Planungen miteinander ab. „Wir planen drei Jahre im Voraus, um unser Netz weiter zu optimieren“, sagt Hack. So auch bei einem Erdkabel, das vor sieben Jahren zwischen Elmenhorst und Sülfeld verlegt wurde. „Dabei konnten wir gleichzeitig eine Trinkwasserleitung installieren“, sagt Ulrich Bärwald, der im Amt Bargteheide-Land für den Fachbereich Bau und Umwelt zuständig ist. Auf der neuen Trasse sei das leider nicht möglich gewesen. Bärwald meldete auch Interesse an einigen Masten an. Sie sollen für Storchennester verwendet werden. „Wir stellen sie gern kostenlos zur Verfügung“, sagt Roloff, „denn damit sparen wir die Entsorgungskosten.“

Weitere Erdleitungen werden voraussichtlich noch in diesem Jahr vom Umspannwerk Bargteheide nach Elmenhorst sowie am Oberteicher Weg in Jersbek verlegt. Hier geht es um 2,7 Kilometer Mittelspannung und 300 Meter Niederspannung. Bislang fehlen aber noch einige Genehmigungen. Die Kosten dafür werden auf weitere 200  000 Euro beziffert.


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