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25 jAHRE PARTNERSCHAFT TRITTAU GADEBUSCH : Er stand plötzlich vor meiner Tür

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vor 25 Jahren unterzeichneten die Bürgermeister von Trittau und Gadebusch die Partnerschaftsurkunden – Ein Doppelinterview.

von
erstellt am 02.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Unter dem Motto „Feiern Sie mit uns!“ wird heute Abend in Trittau die 25-jährige Partnerschaft mit Gadebusch gefeiert. Den Vertrag unterzeichneten 1990 die damaligen Bürgermeister: Michael Schmidt von der Schweriner Volkszeitung (SVZ) sprach mit Günter Blankenberg, Stormarner Tageblatt Redakteur Rolf Blase mit Jochim Schop.

 

Was bedeutet Ihnen das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Trittau?

Günter Blankenberg: Das Persönliche steht bei mir nicht im Vordergrund. Viel wichtiger ist, dass diese Städtepartnerschaft ein Vierteljahrhundert lang gehalten hat, so wie es damals unser Wunsch war. Das ist einerseits schön, andererseits gibt es noch viel zu tun. Aus wirtschaftlicher Sicht ist man sich sicherlich näher gekommen. Aber in den Köpfen einiger Menschen gibt es leider immer noch ein Ost-West-Denken. Im Fall von Gadebusch und Trittau ist aber zu konstatieren, dass jeder vom anderen viel gelernt hat – auf der sozialen Strecke, aber auch im Bereich der Infrastruktur.

Jochim Schop: 25 Jahre sind eine Zeit, auf die man stolz sein kann und der Beweis, dass die Idee, die damals entwickelt wurde, gehalten hat und nicht, wie einige damals dachten, schnell wieder vergessen wäre. Ich hatte ja schon vorher versucht, für eine Partnerschaft im kleinen Grenzverkehr mit Gadebusch in Kontakt zu kommen. Aber es ist mir trotz mehrere Anläufe auch in Bonn nicht gelungen Man wollte es offensichtlich nicht.


Wie kam es damals zu ersten persönlichen Kontakten mit Trittau?

Blankenberg: Indem wir am zweiten Wochenende nach der Grenzöffnung mit einem Škoda Richtung Hamburg fuhren und plötzlich das Schild Trittau sahen. Dieser Ortsname war mir in Erinnerung, also sind meine Frau und ich spontan dorthin abgebogen. Denn ich wollte wissen, wer Jahre vor der Wende aus Trittau einen Brief an die Stadt Gadebusch geschrieben hatte. Das Schreiben landete damals beim Rat des Kreises, Abteilung Inneres. Und dann tat sich nichts, da Berlin zu jener Zeit noch keine Freigabe für Partnerschaften kleiner Städte gegeben hatte. Wir fragten einen Mitarbeiter einer Tankstelle nach dem Namen und Weg zum Bürgermeister. Danach sind wir zum Haus meines Amtskollegen gegangen und haben einfach an dessen Haustür geklingelt und uns vorgestellt. Ein  „Kommen Sie rein, kommen Sie rein“, war die Folge und ein persönlicher Brückenschlag von Ost nach West war gelungen.

Jochim Schop: Indem der damalige Bürgermeister von Gadebusch plötzlich vor meiner Tür stand und sagte, er sei der, an den ich seit geraumer Zeit ran wollte. Ich war bass erstaunt, weil ich zuerst natürlich nicht wusste, was er meinte und wer er war.

Mit welchen Erwartungen schlossen Sie im Februar 1990 den Partnerschaftsvertrag ab?

Blankenberg: Eines der Ziele war, dass sich Menschen aus Ost und West endlich näher kommen und kennen lernen können. In den Jahren zuvor durften meistens nur Rentner nach „drüben“ fahren.

Schop: Wir wollten unsere Bereitschaft zeigen, zu helfen und uns zur Verfügung zu stellen. Wir wollten aber keinen ungefragten Rat geben und uns nicht aufdrängen. Und die andere Seite musste es aber auch verkraften können, wenn man sagt, dass man etwas nicht leisten kann.


Welche Erwartungen haben Sie für die Zukunft?

Blankenberg: Es wäre wünschenswert, wenn wir die begonnenen Verbindungen unterschiedlicher Interessengruppen aktivieren könnten. Nämlich, dass Vereine, Schulen und die Bürger beider Städte wieder näher zusammen rücken. Dabei ist klar, dass die Euphorie von damals nicht 25 Jahre lang anhalten würde, aber am 2. Oktober besteht die Möglichkeit zusammen zu feiern. Das sollten sich die Menschen nicht entgehen lassen.
Schop: Ich wünsche mir, dass die persönlichen Kontakte nicht verschütt gehen. Gadebusch ist schließlich unsere Nachbarstadt, zu der man Verbindungen hat.

 

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