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Trave Arkaden Bad Oldesloe : Entscheidung für die Innenstadt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fraktionen bringen sich vor Sondersitzung des Bauausschusses wegen geplantem Einkaufscenter auf dem Postgelände in Position. Können Sortimentsbeschränkungen zum Schutz der Geschäfte in der Innenstadt ausgepsrochen werden und wenn ja, soll das überhaupt geschehen.

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erstellt am 24.Feb.2014 | 15:14 Uhr

„Diese Ecke muss einer der Schwerpunkte in der Innenstadt sein“, findet Uwe Rädisch, CDU-Stadtverordneter und Sprecher der Mittelstandsvereinigung. „Wenn wir das Fachmarktzentrum nicht hinbekommen, wäre das eine planerische Katastrophe“, macht sich der Christdemokrat für die Pläne von Investor Jürgen Weber auf dem Postgelände an der Lübecker Straße stark. Dort ist neben einem Rewe-Supermarkt auch eine Filiale des Bio-Discounters Denn’s geplant. Diese Ansiedlung ist umstritten. Kritiker befürchten, dass sie im schlimmsten Fall das Ende des Reformhauses in der Mühlen- und des Bioladens in der Hagenstraße bedeuten könnten. Das sieht die CDU nicht so. „Konkurrenz belebt das Geschäft und muss nicht unbedingt ruinös sein“, argumentiert Uwe Rädisch. Wettbewerb habe für den Kunden den Vorteil einer Qualitätsauswahl und des Preisvergleichs. Entscheidend sei für Händler und Kunden, dass mit der Schaffung zusätzlicher Parkmöglichkeiten am geplanten Fachmarktzentrum der Einkauf in der Stadt attraktiver werde. Rädisch: „Die Discounter in den Gewerbegebieten werden dann sicher weniger angesteuert.“

„Wettbewerb fördert den Handel“, gibt die CDU als Devise aus. Im Jahr 2008 habe die Politik in Bad Oldesloe auf Grund eines Gutachtens ein Einzelhandelskonzept innerhalb des zentralen Versorgungsbereiches entschieden. Darunter waren sowohl der Kernbereich mit seiner Fußgängerzone als auch der nördliche Randbereich der Stadt zu verstehen. Genau dort befinde sich das Postgebäude, das einem Fachmarktzentrum weichen soll. Sortimentsbeschränkungen im Kernbereich seien ausgeschlossen. Zudem habe der Investor schon sehr frühzeitig dargelegt, mit welchen Sortimentsanbietern er Verträge abschließen wollte. Dies wurde von der Politik einvernehmlich und zustimmend zur Kenntnis genommen. Rädisch: „Die neu entstandene Diskussion zur möglicherweise ernsthaften Konkurrenzsituation für die beiden Einzelhandelsbetriebe mit den Sortimenten Biolebensmittel und Reformwaren kommt sehr spät.“ Jetzt gelte es, mit allen Beteiligten zu versuchen, einvernehmliche Lösungen zu finden. „Alle haben hoffentlich erkannt, dass sie sich verrannt haben“, so der Unions-Politiker. Die Verhandlungen müssen jetzt zügig geführt werden, denn lange Verzögerungen oder gar ein Scheitern gefährdeten das Objekt.

Bei der SPD hat man eine etwas andere Sicht. Ob so ein Einkaufszentrum vor den Toren der Fußgängerzone gut oder schlecht sei, könne niemand belegen, das sei alles Spekulation. „Gutachterin Katharina Staiger hatte ja selbst gesagt, dass sie nicht den Auftrag hatte, die Auswirkungen der Neuansiedlung auf die Innenstadt zu überprüfen“, erläutert Frontfrau Maria Herrmann und ergänzt: „Es geht mir nicht um die Bio-Debatte! Wir müssen sicherstellen, dass, wenn Rewe da mal rausgehen sollte, trotzdem alles seinen geregelten Gang weiter geht.“ Für die SPD bedeutet das, dass der Kernbereich neu definiert werden müsse. „Hindenburg- und Mühlenstraße bis zur Hude“, so die Fraktionsvorsitzende: „Grob gesagt die Insel.“ Das habe die Verwaltung zwar schon länger machen wollen, wegen „anderer Prioritäten“ aber bislang nicht angefasst. Maria Herrmann: „Es kann doch nicht sein, dass wir ja und Amen sagen, bloß weil die Hausaufgaben nicht gemacht wurden. Da haben wir Beratungsbedarf. Ich möchte nämlich nicht in zehn Jahren gefragt werden: Was habt ihr denn da für einen Scheiß beschlossen?“

Friedrich-Karl Kümmel (FBO) hält die Debatte für nachvollziehbar aber überzogen: „Die DDR ist Vergangenheit und wir haben in Deutschland keine Planwirtschaft. Dazu gehört, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und dann eine Stadt insgesamt voranbringt.“ Das sei in Bad Oldesloe in der Vergangenheit viel zu selten beachtet worden, wodurch viele Chancen zerredet und verpasst worden seien.

Am morgigen Donnerstag, 27. Februar, findet ab 19 Uhr im Stadthaus zu dem Thema eine Sondersitzung des Bauausschusses statt.

 

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