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Klein Wesenberger Lärmschutzstreit : Endlich wieder Frieden im Dorf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Streitigkeiten zwischen Schützenverein und Amt Nordstormarn gehören der Vergangenheit an. Dem Wohngebiet steht nichts mehr im Wege.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Harmonie und ein freundschaftliches Miteinander in seinem Heimatdorf – das hat sich Bürgermeister Herbert David immer gewünscht. Seit Mai 2013 hing jedoch der Dorffrieden schief. Grund dafür waren die Auseinandersetzungen des Schützenvereins mit dem Amt Nordstormarn. Was war los in dem kleinen Dorf mit seinen 750 Einwohnern, von denen fünf Prozent im Schützenverein engagiert sind? Es ging um Lärmschutz, ausgewiesene Baugrundstücke der Gemeinde und die Anzahl der Schüsse auf dem Schießstand in den Klein Wesenberger Tannen.

Acht Einfamilienhäuser sollen auf dem gemeindeeigenen Grundstück am Schulweg entstehen. Doch seit fünf Jahren liegt der Bauauftrag auf Eis, weil eine Verfügung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) den Schützen 6 000 Schuss täglich auf dem angrenzenden Gelände genehmigte, was eine zu hohe Lärmbelästigung für die zukünftigen Hauseigentümer bedeutete. Im Mai 2013 hatte Amtsdirektor Sönke Hansen gegenüber dem Schützenverein eine Verfügung erlassen, mit der die Schusszahl – außer an Feiertagen – auf maximal 1200 Schuss am Tag festgelegt wurde. Der Schützenverein indes vertraute auf das Schreiben des LLUR und reichte Klage ein.

Der Streit landete schließlich in zweiter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht. Ein Sofort-Vollzug des Amtes Nordstormarn wurde mangels ausreichender Anwohnerbeschweden abgelehnt.

230 000 Euro sollte eine Ummantelung des Schießstandes als Lärmschutz kosten – zu teuer für die Schützen und zu teuer für die Gemeinde, die in der Vergangenheit den Verein bereits mit 200 000 Euro unterstützt hatte. Bürgermeister Herbert David ärgerte sich, dass nur „wegen einer kleinen Gruppen von Großkaliber-Schützen das Dorf gespalten“ sei. Er selbst war 50 Jahre lang im Schützenverein engagiert, bevor der Streit eskalierte. Dieser sei durch ganze Freundeskreise gegangen, bedauert auch Amtsdirektor Sönke Hansen. Ein unhaltbarer Zustand, der nun endlich beigelegt werden konnte.

Die beiden Parteien einigten sich nach langem Hin- und Her jetzt außergerichtlich. Der Schützenverein hat seine Klage zurückgezogen, womit der Bescheid des Amtsdirektors vom Mai 2013 rechtskräftig geworden ist. In Zukunft dürfen bis zu 1 200 Schuss täglich mit großkalibrigen Waffen – denn nur um diese ging der Streit – abgegeben werden. Man einigte sich außerdem auf maximal 6 000 Schuss täglich an zehn Wettkampftagen im Jahr. „Damit ist der Schützenverein trotz eingeschränktem Schießbetrieb in der Lage, seine Sportstätte weiterhin in gewohntem Umfang zu nutzen“, betont David. Gleichzeitig stände den geplanten Wohngebieten nun nichts mehr im Wege. Bürgermeister: „Ich hoffe, dass die durch den Streit entstandenen Anfeindungen nun der Vergangenheit angehören und die Klein Wesenberg wieder zum gewohnt harmonischen Miteinander zurückfinden.“

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