„Time to say goodbye“ : Emotionaler Abschied von Eichedes „alten Recken“

Läuft heute zum vorerst letzten Mal für Fußball-SH-Ligist SV Eichede auf: Andre Kossowski (am Ball).
Läuft heute zum vorerst letzten Mal für Fußball-SH-Ligist SV Eichede auf: Andre Kossowski (am Ball).

Zum letzten Saisonspiel empfängt der SV Eichede heute in der Fußball-SH-Liga den abstiegsbedrohten NTSV Strand 08. Vor dem Anpfiff werden eine Reihe von Spielern verabschiedet.

shz.de von
23. Mai 2015, 07:29 Uhr

„Time to say goodbye“ – so lautet der Titel eines Welt-Hits von Sarah Brightmann und Andrea Bocelli aus dem Jahr 1996. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieser Popsong heute durch das Rund des Ernst-Wagener-Stadions schallen wird. Vor dem letzten Saisonspiel des SV Eichede gegen den NTSV Strand 08 werden eine Reihe „alter Recken“ des gastgebenden Fußball-SH-Ligisten verabschiedet.

Leo Seiler zieht es zum Kreisligisten TSV Bargteheide, weil der 21-Jährige berufsbedingt den Aufwand in Eichede nicht mehr leisten kann. Fabian Lucassen wechselt zum TSV Trittau, wo der Keeper unter anderem als Ligamanager tätig sein wird. Auch Andre Kossowski, einst vom Kreisklassisten SSV Güster gekommen, sagt Tschüs, konzentriert sich nach fünf Jahren bei den „Bravehearts“ zukünftig auf sein Studium in Flensburg und wird sich dort SH-Liga-Aufsteiger TSB anschließen. „Urgestein“ und Kapitän Jan-Ole Rienhoff wird nach zehn Jahren im Dress des SVE berufsbedingt einen Schlussstrich ziehen. „Ich habe in der letzten Zeit gemerkt, dass es auch noch andere wichtige Dinge im Leben gibt. In Eichede habe ich persönlich meine sportlichen Ziele erreicht, ein Umfeld vorgefunden, in dem man sich nur wohl fühlen kann. Doch irgendwann musste der Zeitpunkt des Abschieds kommen – dieser ist jetzt da“, sagt 28-Jährige. Nicht zu vergessen: Dennis Wagner, der nach langer Verletzungspause zuletzt als spielender Co-Trainer in der U  23 tätig war und nun eine neue Herausforderung beim „Fast-SH-Ligisten“ Grün-Weiß Siebenbäumen sucht.

Für Trainer Oliver Zapel waren die Abschiede zwar absehbar, sie berühren ihn aber emotional: „Es geht mir schon nahe, wenn der Kapitän, mit dem ich jahrelang vertrauensvoll und eng zusammengearbeitet habe, von Bord geht. Doch auch zu allen anderen hatte ich natürlich spezielle Verbindungen. Wir haben gemeinsam schöne Momente wie den Regionalliga-Aufstieg erlebt. Da ist es doch klar, dass auch mir die Abschiede nicht leicht fallen.“ So hofft der 47-Jährige, dass die „Verabschiedungszeremonie“ vor dem Anpfiff „schnell vorbei geht“.

Sportlich gesehen geht es für die Stormarner lediglich darum, bei einem Patzer von Holstein Kiel II (gegen Eutin 08) noch an den Landeshauptstädtern vorbeizuziehen und sich die Vizemeisterschaft zu sichern. Den Titel sackte vor einer Woche bereits der TSV Schilksee ein. Für den Gegner der Eicheder allerdings geht es noch um das Überleben in der fünften Liga. Die Timmendorfer stehen zwar auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, sollten sie allerdings in Eichede verlieren und der Heider SV sein Heimspiel gegen den bereits abgestiegenen FC Dornbreite gewinnen, würden die Dithmarscher den NTSV überholen. Und so verspricht Zapel, die Zügel nicht schleifen zu lassen – und keine Geschenke an abstiegsbedrohte Mannschaften zu verteilen. „Das werden wir definitiv nicht machen; wir wollen uns gegen Timmendorf nichts zu Schulden kommen lassen. Wettbewerbsverzerrung dürfen wir uns nicht nachsagen lassen. Außerdem sind wir es unseren treuen Fans schuldig, zum Abschluss noch einmal ein schönes Spiel zu bieten.“ Ehe es für einige verdiente Spieler im Eicheder Kader dann endgültig heißt: „Time to say goodbye“.

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