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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 04:30 Uhr

Eltern-Kita soll Platz machen

vom

Stadt hat dem Verein "Kinderhaus" gekündigt, um mehr Hortplätze für die Aalfangschule einzurichten

Ahrensburg | Die Verwaltung möchte dem ältesten und einzigen privat geführten Kindergarten in der Stadt kündigen. Die Kita Kinderhaus e. V. soll ihr Gebäude im Ahrensfelder Weg 41 a räumen, weil man dort Hortplätze für die Aalfangschule einrichten möchte. "Das kam schon sehr überraschend", sagt Jessica Dreher, Vorsitzende des vierköpfigen Vorstands im Elternverein.

Das Gremium war erst im Frühjahr gewählt worden, als das Kinderhaus 40-jähriges Bestehen feierte. Der Verein, der sich die "zwangsfreie Erziehung", vor allem die freie emotionale Entfaltung auf die Fahnen geschrieben hatte, war 1972 auf Initiative von Stormarner Jungdemokraten gegründet worden. Der gemeinnützige Verein ist bis heute der Träger. Betreut werden - seit 1995 im Ahrensfelder Weg - 20 Kinder von zweieinhalb bis sechs Jahren. Die Mitarbeit der Eltern gehört zum Konzept.

Auch jetzt ist es die FDP, die sich für den privat getragenen Kindergarten einsetzt. "Das Vorgehen der Stadt verstößt nicht nur gegen einen politischen Beschluss im Zusammehang mit der Aalfang-Schule, es bestraft vielmehr jahrzehntelanges bürgerliches Engagement", kritisiert Stadtverordneter Michael Stukenberg, dass ausgerechnet eine von Eltern getragene Kita "Knall auf Fall in eine ungewisse Zukunft geschickt" werde. Das besondere Betreuungskonzept des Kinderhauses "ist ein wertvolles Beispiel für bürgerliches Engagement", sagt Stukenberg,

Mit der Kündigung ignoriere die Verwaltung zudem einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, "den wir nach einem ähnlich unglücklichen Vorgehen einstimmig getroffen haben. Wir verlangen Aufklärung", sagt Fraktionsvorsitzender Thomas Bellizzi.

Die Stadt begründet ihr Vorgehen mit dem Bedarf: Den gebe es für den Hort, aber nicht für die Kita an diesem Platz mit diesem Konzept. Zurzeit würden dort nur zwölf Kinder betreut, von denen 2014 fünf schulpflichtig würden. Selbst wenn der Verein seine Konzeption ändere, sei "der weitere Betrieb am derzeitigen Standort ... nicht vertretbar", und die Stadt biete ohnehin genug Kita-Plätze an, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Sozialausschuss.

Den Bedarf für die Aalfangschule sieht die Stadt schon. Für die 241 Schüler gibt es 60 Hortplätze, eine Quote von 25 Prozent. Laut Beschlusslage müssten es 50 Prozent sein. Allerdings stehen aktuell nur sechs Kinder auf der Warteliste. Und ab 2017 könnte der Hort auch in der Schule eingerichtet werden.

Jessica Dreher und viele weitere Eltern wollen heute Abend zur Ausschusssitzung kommen (19.30 Uhr, Peter-Rantzau-Haus). Die Politik müsse der Kündigung zustimmen, sie sei vorsorglich erfolgt, um die Frist einzuhalten, sagt Stadtsprecher Andreas Zimmermann. Allerdings wäre die Unterbringung der Kinder in anderen Einrichtungen die günstigste und eleganteste Lösung.

Die Rechnung der Stadt, dass es nur um sieben Kinderhaus-Kinder gehe, stimmt aber ohnehin nicht mehr. "Im Januar werden es wieder 15 oder 16 sein", sagt Jessica Dreher. Zudem werde man Konzept und Öffnungszeiten so ändern, dass auch berufstätige Eltern ihren Nachwuchs im Kinderhaus betreuen lassen können.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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