Großhansdorf : Eltern-Frust über Kitastreiks

Demonstrierende Erzieherinnen und Sozialarbeiter (Foto Archiv)
Demonstrierende Erzieherinnen und Sozialarbeiter (Foto Archiv)

An der Gewerkschafts-Demo heute in Großhansdorf werden sich Eltern nur privat beteiligen.

shz.de von
28. Mai 2015, 06:00 Uhr

Im Rahmen der Kita-Streiks gehen heute die Erzieherinnen in Großhansdorf auf die Straße. Die Lehrergewerkschaft GEW hat die Demonstration organisiert, die um 13.30 Uhr am Parkplatz Neuer Postweg startet und zum Rathaus . Auf der Abschlusskundgebung gegen 14.15 Uhr wird die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke vor dem Rathaus sprechen.

Die Kita-Eltern wurden von der Gewerkschaft aufgefordert, sich der Demonstration anzuschließen. In einer Besprechung am Dienstagabend wollten die Elternvertreter das aber nicht beschließen. „Wir werden nicht organisiert mitlaufen. Es war eine sehr geteilte Stimmung unter dem Eltern“, sagt Judith Wiederhold aus Großhansdorf, die auch Vorsitzende der Kreis- und der Landeselternvertretung ist. Sie geht allerdings davon aus, dass einige Eltern sich der Demo anschließen werden.

Nach fast drei Wochen Streik verlieren viele Eltern langsam die Geduld. Die Gewerkschaft sieht die kommunalen Arbeitgeber in der Verantwortung, die „immer noch kein Signal für ein akzeptables Angebot“ vorgelegt hätten. Dieser Forderung wolle man auch mit der Demo Nachdruck verleihen, so Bernd Schauer, Geschäftsführer, des GEW-Landesverbands.

Bislang bekommen vor allem die Kommunen den Frust der Eltern ab. Fast alle Gemeinden mit kommunalen Einrichtungen haben eine Notfallbetreuung eingerichtet. Die Plätze reichen natürlich nicht aus, so dass auch mal ausgelost wird. „Da gibt es den Kleinunternehmer, der Kundenaufträge verliert, genauso wie die nicht arbeitende Mutter, die nach drei Wochen mit ihrem Kind meint, sie könne nun nicht mehr“, sagt Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß. Dass sich der Frust in den Rathäusern entlade, sei „nicht fair, aber auch nicht zu ändern.“

Zumindest in einem Punkt sehen die Eltern die Kommunen sicher in der Pflicht: Bei den Kita-Gebühren. „Neumünster, Lübeck und Norderstedt erstatten den Eltern das Geld“, sagt Judith Wiederhold und erwartet das selbe von allen Städten und Gemeinden. „Es ist nicht vertretbar, dass die Eltern doppelt belastet sind und die Kommunen damit noch Geld verdienen.“

Bei den Bürgermeistern wird das Thema durchaus diskutiert. Man wolle aber abwarten bis der Streik beendet ist, um zu wissen, über wie viel Geld man redet, so Janhinnerk Voß.

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