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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:43 Uhr

Elmenhorster Problemzonen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fluglärm: Unterschriften sollen helfen / Zu wenig Kita-Plätze und Wohnungen für Flüchtlinge

Der zunehmende Fluglärm in Elmenhorst nervt viele Bürger. Das wurde bei der Einwohnerversammlung deutlich. „Ahrensburg und Bargteheide wurden entlastet, dafür überfliegt uns manchmal alle drei Minuten ein Flugzeug“, sagte eine Teilnehmerin. Besonders bei westlichem Wind trete das Lärmproblem auf.

Bürgermeister Bernd Bröcker kennt es auch: „Die Flugzeuge kommen jetzt 200 bis 300 Meter tiefer als früher herein, deshalb sind sie auch deutlich lauter.“ Damit wollen sich die Elmenhorster nicht abfinden, eine Bürgerinitiative will jetzt Unterschriften sammeln. „Ein Messgerät für den Lärm wurde bereits aufgestellt“, sagte Karen Rinas, „wir warten noch auf die Auswertung der Ergebnisse.“ Doch warten wollen die genervten Einwohner nicht mehr lange. „Wir müssen denen deutlich machen, dass es auch uns gibt“, sagte ein Zuhörer. Denn viele Beschwerden könnten etwas bewirken. „Wir müssen Elmenhorst auf den Radarschirm bringen“, so der Bürgermeister.

Die Kinderbetreuung im Elementarbereich von drei bis sechs Jahren wird ebenfalls zum Problem. Überraschend fehlen jetzt bis zum August 23 Betreuungsplätze. Eltern verlassen sich auf ihren Rechtsanspruch und melden ihre Kinder oft erst kurzfristig an. Auch viele Geschwisterkinder sind darunter, die bevorzugt aufgenommen werden. „Es gibt viele Ursachen, auch Scheidungen und Generationswechsel haben dazu beigetragen“, sagte Bernd Fritz. Im vergangenen November sei dieser Bedarf deshalb noch nicht bekannt gewesen.

Die Gemeinde will jetzt rasch eine Lösung finden. „Wir werden alles tun, um Platz für eine neue Grup-pe zu finden“, sagte der stellvertretende Bürgermeister, Willy Eberhard. Möglicherweise werde es eine Zwischenlösung mit Containern geben, aber spätestens im kommenden Oktober werde die Gruppe dann ihre Arbeit aufnehmen. Diese Aufgabe sei vorrangig, auch wenn die Kassen leer sind. „Wir haben keine Rücklagen mehr und 400 000 Euro Schulden“, führte Eberhard weiter aus.

Möglicherweise wird der Bedarf weiter steigen, denn in Elmenhorst werden zurzeit drei Container-Wohnungen für die Flüchtlinge aufgestellt. Je vier Personen finden dort ein Obdach, überwiegend Familien. Für weitere sechs wurde bereits eine Wohnung angemietet. „Weitere Mietwohnungen sind nicht auf dem Markt oder sie sind zu teuer“, sagt Bernd Borchardt von der Amtsverwaltung. Eine Zusammenballung der Menschen solle nach Möglichkeit vermieden werden, um sie besser zu integrieren. Borchardt riet der Gemeinde deshalb zu Neubauten für zwei Gruppen einer Kita und von Wohnungen: „Beim derzeitigen Zinsniveau rechnet sich ein Kredit dafür, denn der Kreis bezahlt eine Kosten deckende Miete.“ Denn es sei mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen. Eine halbe Million Menschen sei noch am Mittelmeer und wolle in die EU.

Der Ausbau der Breitbandversorgung geht zügig voran. Fischbek und Mönkenbrook bis zum Reiterhof werden angeschlossen. In den Ortsteilen Bäkmüssen, Scheidekate und Siebenbergen gibt es noch nicht genug Interessenten dafür, sodass der Anschluss fraglich bleibt.

Und auch die Arbeiten im Bebauungsplan 21 gehen voran. „Für 39 Grundstücke gibt es Vormerkungen“, betonte Bröcker, „nur drei sind noch frei.“ Ebenso sind die Flächen fürs örtliche Gewerbe dort bereits vergeben oder vorgemerkt.




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