Großensee : Eklat bei konstituierender Sitzung

Tillmann-Mumm
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15. Juni 2013, 09:22 Uhr

Großensee | Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats, der künftig aus neun Mitgliedern der "Bürger für Großensee" (BFG) und vier CDU-Vertretern besteht, gab es einen Eklat: Als die CDU ihr Vorschlagsrecht für den zweiten Sitz im Amtsausschuss ausübte und den bisherigen Amtsvorsteher Uwe Tillmann-Mumm vorschlug, verweigerten ihm die Abgeordneten der BfG die Zustimmung. Die geheime Abstimmung ging 9:4 aus.

"Schon am Wahlabend hat Bürgermeister Lindemann-Eggers angekündigt, meine Wiederwahl verhindern zu wollen. Ich sehe das als persönliche Abrechnung ohne Bezug zum Amt", sagt Uwe Tillmann-Mumm, der zuvor schon zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden war. Er zog gestern die Konsequenzen aus der Wahl und trat aus dem Gemeinderat zurück. Ihm gleich tat es Parteifreundin Rosemarie Prang. Damit muss sich die CDU nun völlig neu aufstellen.

In einem offenen Brief äußerte sich Dietmar Feil aus Großensee, der bei der Sitzung dabei war, zu der Angelegenheit: "Uwe Tillmann-Mumm hat sich in den vergangenen fünf Jahren als Vorsitzender des Amtsausschusses Anerkennung und Respekt über Parteigrenzen hinaus erworben. Er hat auf Kreis- und Landesebene das Amt Trittau bestens vertreten und er hat es verstanden, innerhalb des Amtes Trittau stets die Interessen der zehn Gemeinden unter einen Hut zu bringen und dabei die gebotene Neutralität gegenüber Großensee zu wahren. Viele Menschen hofften darauf, dass Uwe Tillmann-Mumm diese Arbeit fortsetzen würde". Zugleich stellte er die Frage, was den Bürgermeister und die BfG zu dieser Handlungsweise bewogen habe. Seine Vermutung: Geht es hier gar nicht um Politik? Wurde hier eine persönliche Rechnung beglichen? Hat es damit zu tun, dass der Bürgermeister kurz vor der Wahl per Kreisvorstandsbeschluss aus der CDU entfernt wurde, der er bis dahin noch angehörte, obwohl er gegen die Partei antrat?

Karsten Lindemann-Eggers begründet die Haltung seiner Wählergemeinschaft so: "Am Wahlergebnis sieht man, dass Herr Tillmann-Mumm in der Gemeinde keinen großen Zuspruch hat. Deshalb sehen wir es nicht als vorteilhaft an, wenn er unseren Ort im Amtsausschuss vertritt. Ein anderer CDU-Kandidat ist aber vorstellbar".

Während Tillmann-Mumm die Sache als persönliche Fehde sieht und als Konsequenz auch sein Amt als Schulverbandsvorsteher abgeben muss, findet Lindemann-Eggers bedauernde Worte: "Er ist mit dem Wissen um die Mehrheiten in die Sitzung gegangen. Ich hätte mir einen menschlich würdigeren Abgang gewünscht, in dem man ihn gar nicht erst als Kandidat aufgestellt hätte".

Uwe Tillmann-Mumm weihte als letzte offizielle Handlung den Anbau der Grundschule ein und wird noch die jeweils konstituierenden Sitzungen des Schulverbandes am 19. August und die des Amtsauschusses am 5. August eröffnen und dann sein Amt an seine jeweiligen Nachfolger abgeben.

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