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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 00:53 Uhr

Eiskalte Rache im Herzen Lübecks

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In „Gleistod“ von Udo W. Schulz beweist der portugiesische Kommissar Daniel Peres in Lübeck sein kriminalistisches Gespür

„Die Schicksale der Menschen interessieren mich“, sagt Udo W. Schulz, der mit „Gleistod“ seinen ersten Kriminalroman veröffentlicht. Vor sechs Jahren zog der gebürtige Eutiner nach Reinfeld und lebt dort mit seiner Frau und einem Kind.

Erfahrungen im Berufsleben haben Udo W. Schulz auf die Idee gebracht, ein Buch zu schreiben, denn der 57-Jährige lässt brisante Themen wie Mobbing, Ausnutzung und seelische Grausamkeiten in seinen Krimi mit einfließen. „Das Berufsleben wird immer härter. Was vielen Menschen dabei widerfährt, macht mich betroffen“, so Schulz. In seinem Roman „Gleistod“ geht es um Machenschaften im Pharmakonzern „Gambell“ (Ähnlichkeiten mit bestehenden Firmen sind rein zufällig). Wurde das Opfer in den Selbstmord getrieben oder kaltblütig ermordet?

Kommissar Daniel Peres - Mittelpunkt des in Lübeck spielenden Romans, Sohn portugiesischer Einwanderer und bekannt für sein kriminalistisches Gespür (Er bezeichnet sich selbst als „introvertiert, leistungsfähig und tolerant“), kommt dem Täter nur mit Mühe auf die Schliche und muss am Ende sogar zwei Verbrechen aufklären.

Das beschauliche Lübeck wird zum Schauplatz bestialischer Morde an dem Angestellten eines Pharmakonzerns und einem Unternehmensberater. Wo zunächst keine Verbindung besteht, deckt Peres auf, dass es einen Zusammenhang gibt. Er macht sich auf die Suche nach einem völlig verstörten Täter (oder einer Täterin?), der vor nichts Halt macht. Der Kommissar gerät in einen Strudel von Verleumdungen, Demütigungen und einer tragischen Rachefigur im Herzen Lübecks.

Das Lokalkolorit ist gewollt. Der Autor kennt sich in Lübeck bestens aus. So kommen bekannte Straßen wie die Possehlstraße als Heimat der Kriminaldirektion oder Israelsdorf als Wohnort des Kommissars vor. Die Handlung ist gut durchdacht, lebendig fügen sich die unterschiedlichen Handlungsstränge aneinander. Keine allzu langen Beschreibungen der Personen oder Orte, viel wörtliche Rede. Schulz: „ Der Leser soll auch seine Fantasie spielen lassen.“ Von Anfang an wird dieser in den Bann der Handlung gezogen. „Ich habe sehr viele Kriminalromane gelesen. Besonders die englischen Krimis haben es mir angetan“, so der Wahl-Reinfelder. Drei Jahre hat er „nebenbei“ an seinem 260 Seiten starken Roman geschrieben. Hauptberuflich arbeitet er als Projektberater für einen norddeutschen Mediendienstleister, berät Kunden wie Lego und den Oetinger-Verlag.

Udo W. Schulz bringt jede Menge Erfahrungen aus der beruflichen Nähe zum gedruckten Wort mit. Er ist gelernter Schriftsetzer und arbeitete Jahre lang als Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen. Für „Gleistod“ hat er gründlich recherchiert: „Der Background muss stimmen.“ Die Idee war vor dem Schreiben in seinem Kopf, er konstruierte ein „grobes Endgerüst“, bevor er sich an den Schreibtisch setzte. „Viele neue Ideen sind mir erst beim Schreiben gekommen“, verrät der Autor. Er schreibe über das, was ihn selbst bewege und interessiere und lasse auch politische und geschichtliche Themen mit einfließen.

Und er ist auf den Geschmack gekommen: Ein zweiter Roman um den portugiesischen Kommissar in Lübeck ist in Arbeit. Diesmal hat er die Medienbranche im Visier.

Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich schwierig. „Einer ist in letzter Minute angesprungen“, bedauert Schulz. So entschied er sich für das Self-Publishing und hat es weitgehend ohne Hilfe eines Verlages in die virtuellen Regale gebracht.

> Der Kriminalroman „Gleistod“ von Udo W. Schulz ist als E-Book erhältlich bei allen bekannten Anbietern, ISBN 978-3-7380-5535-1

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