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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 03:04 Uhr

Bargteheide : Einzelhandel muss handeln

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Angebot mehr auf jüngere Kunden zuschneiden / Elektronischer Handel im Aufwind / Lob für RBK und Stadt

„Sehr gute Zukunftschancen für Bargteheide“ attestiert Norbert Leinius. Der Chef der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn hatte gestern zum Unternehmerfrühstück ins Jagdschloss Malepartus eingeladen. Thema war die Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt. Über 30 Einzelhändler informierten sich durch einen Vortrag des Unternehmensberaters Uwe Seidel.

Der elektronische Handel gewinnt stetig Marktanteile. „Das Wachstum beträgt 25 Prozent jährlich“, so Seidel, „die Entwicklung ist ernst zu nehmen.“ Punkten könne der Handel insbesondere durch einen eigenen Auftritt im Internet, um auf die Einzigartigkeit seines Angebots hinzuweisen. Gut lesbar auch auf dem Smartphone, denn dessen Bedeutung für junge Leute sei nicht zu unterschätzen. „Soziale Netze spielen für sie eine wesentliche Rolle, aber auch Produktinformationen“, sagt Seidel. Doch das Verständnis, wie die junge Generation heute ticke, sei bei vielen Einzelhändlern noch nicht ganz angekommen. Auch das Angebot sollte eher an die Erwartungen der Jüngeren angepasst werden. „Sie machen beim Einkaufen keine Kompromisse“, so Seidel. Und die ältere Generation sei heute anders orientiert: „Sie wollen da sein, wo die jungen Menschen sind und immer dazugehören.“ Dafür sei die Innenstadt eine gute Plattform.

Die Nahversorgung mit Lebensmitteln bleibe das Rückgrat und trage zum allgemeinen Umsatz bei. „Mit besonderen Veranstaltungen und in Verbindung mit Dienstleistung und Gastronomie kann der Einzelhandel punkten.“ Der Ring Bargteheider Kaufleute sei auf dem richtigen Weg. Seidel lobte seinen neuen Auftritt bei Facebook.

Auch beim Verkehr habe Bargteheide richtig gehandelt. „Sie haben die Hauptstraße nicht stillgelegt und bieten kostenlose Parkplätze.“ Denn die Hälfte des Umsatzes in der Innenstadt entfalle auf Kunden aus dem Umland. Das sieht Leinius ebenso: „Die Kaufkraft ist überdurchschnittlich hoch, die Arbeitslosigkeit gering.“ Kaufleute, Verwaltung und Politik arbeiteten eng zusammen, und die Bevölkerung werde weiter wachsen.

Verbesserungsbedarf sieht er im Bahnhofsumfeld, beim Kleinen Theater und auf dem Utspann-Gelände. Diese Areale müssten aufgewertet werden. „Nach Fertigstellung der Westumgehung sollte über eine Verkehrsberuhigung auf der B 75 nachgedacht werden.“ Preiswerter Wohnraum spiele ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch der Erhalt historischer Gebäude steigere die Attraktivität einer Stadt. Auf der anderen Seite sollten Ladengeschäfte mit mehr als 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche eine Ausnahme bleiben.

Ein eigenes Kino für Ahrensburg sieht Leinius kritisch, die Beteiligten sollten gemeinsam eine Lösung finden: „Man sollte keine zusätzliche Konkurrenz für Bargteheide und Volksdorf aufbauen, wenn möglich sollte es der gleiche Betreiber sein.“ Positiv sei der geplante Bau eines dritten Bahngleises für die S 4.





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