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Stormarner Tageblatt

18. November 2017 | 02:19 Uhr

Bad Oldesloe : Einstimmig für Neubau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Waldorfkindergarten soll schnell im hinteren Teil des Grundstücks am Rümpeler Weg realisiert werden. Die Mitglieder des Bauausschusses sprachen sich dafür aus, das Projekt mindestens ein Jahr vorzuziehen.

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erstellt am 15.Nov.2017 | 06:00 Uhr

Das ging ja alles verdächtig glatt. Nachdem die Sozialausschuss-Mitglieder vor einigen Tagen bereits das Raumprogramm für den Neubau eines Waldorf-Kindergartens bewilligt hatten, wurden jetzt auch im Bauausschuss die Weichen entsprechend gestellt – einstimmig!

Architekt Rainer Steffens hat verschiedene Varianten untersucht. Ein Neubau auf dem Parkplatz am Wendum wäre zu klobig und wegen einer notwendigen Pfahlgründung sehr teuer. Einen Neubau anstelle der bisherigen Villa am Rümpeler Weg lässt der B-Plan nicht zu, außerdem müsste während der Bauzeit ein Ersatzquartier gefunden werden.

Aber Steffens hat eine Alternative gefunden. Seit vielen Jahren wird über eine Innenverdichtung zwischen Rümpeler Weg und Birkenkamp nachgedacht. Die ersten Anlieger haben bereits in zweiter Reihe gebaut. Die Erschließung soll ohnehin über eine Straße erfolgen, die direkt neben dem Kindergarten vorbei führt. Deshalb schlägt der Architekt vor, im rückwärtigen Bereich einen Neubau zu errichten. Während der Bauphase kann das Altgebäude weiter genutzt werden, später werden Villa und Grundstück verkauft. Die Stadt müsste im Rückraum Grundstücksfläche kaufen. Wegen der baurechtlichen Rahmenbedingungen darf der neue Kindergarten nicht zu üppig ausfallen. „Er muss ziemlich dicht am Minimalansatz sein“, verdeutlicht Planer Steffens. 645 Quadratmeter sind das Minimum, er benötigt 670 – für zwei Elementar- und eine Krippengruppe, also 50 Kinder.

Rainer Steffens schwebt ein Neubau mit einem großen Erdgeschoss vor. Darauf werden zwei „Einzelhäuser“ gesetzt, die durch eine Dachterrasse getrennt sind. Dadurch wird der Bau nicht so wuchtig und soll sich optisch gut zwischen den Einfamilienhäusern einfügen. Geschätzte Gesamtkosten: Knapp drei Millionen Euro.

Friedrich-Karl Kümmel (FBO) überraschte seine Kollegen im Ausschuss mit einem Alternativ-Vorschlag. Er habe sich bei einem Hersteller von Gewerbe-Fertighäusern erkundigt. Dort würde ein quaderförmiger Kindergarten in Massivholz-Bauweise 1,13 Millionen Euro kosten. Klingt supergünstig, stieß aber im Ausschuss trotzdem auf keinerlei Begeisterung. „Ich habe erhebliche Bedenken, dass das b-plan-konform ist“, sagte Uwe Rädisch (CDU). Bauamtsleiter Thilo Scheuber gab zu bedenken: „Das ist ein Standardangebot. Wenn man etwas abweicht, wird es vermutlich gleich deutlich teurer.“

Während das Fertighaus lediglich verputzt wäre, hat der Architektenentwurf eine Klinkerfassade. Architekt Steffens: „Das ist zwar im Bau teurer, aber danach haben Sie 30 bis 40 Jahre keine Fassadenprobleme.“ Außerdem wies er darauf hin, dass es sich bei den 1,13 Millionen höchstwahrscheinlich nur um die reinen Gebäudekosten handele. „Alles andere kommt doch noch dazu“, so Steffens. Bei ihm belaufen sich die reinen Baukosten auf 1,8 Millionen Euro.

Die Verwaltung will den Kindergarten erst im Jahre 2021 fertigstellen, obwohl Förderprogramme 2018 und 2020 auslaufen. Hans-Hermann Roden (SPD) meinte und fragte dazu: „Was soll das denn? Man lässt sich auf den letzten Platz setzen und hofft darauf, auf den ersten Platz zu kommen?“ Einstimmig wurde beschlossen, das Projekt schnell voranzutreiben und mindestens ein Jahr vorzuziehen

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