Bad Oldesloe : Einsatz für Radschnellweg

Ein Radschnellweg ohne Kreuzungen und Ampeln soll Lust auf den Weg zur Arbeit, Schule oder Uni mit dem umweltfreundlichen Rad machen.
Ein Radschnellweg ohne Kreuzungen und Ampeln soll Lust auf den Weg zur Arbeit, Schule oder Uni mit dem umweltfreundlichen Rad machen.

Bad Oldesloe hofft auf den Anschluss an einen Radschnellweg nach Hamburg. Die am Bahnhof geplante Abstellanlage für Fahrräder soll im Frühjahr 2019 fertig werden.

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03. Mai 2018, 06:00 Uhr

Bekommt Bad Oldesloe bald eine Radautobahn nach Hamburg? Wenn es nach den Stadtverordneten geht, ist das möglich. Denn auf Antrag der Grünen-Fraktion ist die Stadtverwaltung nun damit beauftragt worden, einen Weg zu finden, in die Machbarkeitsstudie der Metropolregion Hamburg aufgenommen zu werden, die aktuell überprüft, ob es möglich ist, acht Radschnellwege in die Hansestadt entstehen zu lassen. Einer dieser „Radhighways“ ist aktuell bis Ahrensburg geplant. „Dort sollten wir uns anschließen. Das wäre für die Pendler, die schon jetzt mit dem Rad nach Hamburg fahren, eine gute Errungenschaft“, so Wilfried Janson (Grüne). Die übrigen Parteien schlossen sich diesem Wunsch an, äußerten aber explizit, dass es erstmal bei einer Studie bleiben solle und selbstverständlich dann geschaut werden müsse, welche Kosten entstehen könnten.

„Wir müssen das jetzt enorm schnell auf den Weg geben, ansonsten finden die Planungen garantiert ohne uns statt“, wusste Janson zu berichten. Genau genommen könnte es sogar schon ein wenig zu spät sein. Denn der Kreis Stormarn und die Stadt Ahrensburg haben bereits jeweils 15 000 Euro für die Studie investiert und die Metropolregion hat die Bewerbungsphase für Planungsbüros ausgeschrieben. „Wir wollen aber nichts unversucht lassen, dass wir mitmachen können“, so Janson.

„Wir finden das sehr gut und können da nur mitgehen. Wir möchten obendrauf, dass in Neritz Radwege verbessert und neu angelegt werden. Denn dort ist uns aufgefallen, dass die Radwegesituation sehr schlecht ist“, fügte Horst Möller (CDU) an. Nachdem die übrigen Parteien zunächst noch skeptisch waren, ob man so einen Auftrag ohne Anhörung im Bau- und Planungsausschuss auch noch mit auf den Weg geben könne, stimmten sie doch zu, als der Wunsch der Christdemokraten geäußert wurde, dieses Anliegen noch in dieser Wahlperiode zu verabschieden.

Die Radschnellwege macht aus, dass sie bis zu vier Meter breit sind, möglichst wenige Straßen überqueren, im Winter von Schnee und Eis befreit werden und auch eine ausreichende Beleuchtung gesichert ist. Errechnet wurde, dass Radfahrer so mit einer Durschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunden zu ihrem Arbeitsplatz kommen können.

Leise Zweifel kamen bei einigen Stadtverordneten auf, ob es gelinge den notwendigen Nachweis zu erbringen, dass täglich 2000 Radpendler den Weg nach Hamburg aus der Kreisstadt antreten. Auf der anderen Seite sehe man durchaus das Potenzial, dass diese Zahl erreicht werden könne, wenn die Infrastruktur stimme.

Auch ein anderes Projekt schreitet – wenn auch langsam – voran. Die Planungen für die überdachte Fahrradabstellanlage – die mittlerweile beschlossene Alternative zum vollautomatischen „Radhaus“ – sind in der finalen Phase. „Es ist jetzt alles soweit vorbereitet, dass nur noch Formalitäten fehlen und wir dann im Herbst oder gegen Ende des Jahres fertig sein könnten, wenn alles glatt geht“, so Roland Neumann von BahnStadt. Einige Genehmigungen würden noch ausstehen, aber laut Oldesloes Bauamts-Chef Thilo Scheuber, liege zum Beispiel der Gestattungsvertrag für die Bebauung des Grundstücks der Deutschen Bahn unterschriftsbereit auf dem Tisch des Bürgermeisters. Neumann konnte Fotos eines ähnlichen, kleineren Projekts in Jübek zeigen, das Ende März eingeweiht wurde. „Es ist das erste Mal, dass wir so eine Schließanlage in dieser Form jetzt fertiggestellt haben“, erklärte er stolz.

Den Sozialdemokraten geht es noch nicht schnell genug. Aus Sicht von Hans-Herrmann Roden (SPD) habe der erneute Bericht keine Fortschritte gezeigt. Dem widersprachen Scheuber und Neumann. Man sei auf einem guten Weg und der konkrete Bau stehe ja nun kurz bevor. Marei Locher (nah.sh) trat etwas auf die Bremse. „Es liegt noch viel Bürokratie vor uns. Ich denke dieses Jahr ist unrealistisch, aber im Frühjahr sollte die Anlage stehen. Eine Eröffnung im Frühling ist doch sowieso viel schöner“, sagte sie.

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