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Stormarner Tageblatt

21. November 2017 | 13:17 Uhr

Bad Oldesloe : Eins ist sicher: Vogelschießen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für das traditionsreiche Vogelschießen kommenden Monat gibt es absolut keine Gefährdungslage. Trotzdem soll mit einem erweiterten Sicherheitskonzept das subjektiven Empfinden verbessert werden

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erstellt am 24.Jun.2017 | 08:00 Uhr

„Auf jeden Fall werden wir einen Umzug kriegen! Das ist das letzte, was wir absagen wollen!“, stellt Bürgermeister Jörg Lembke unmissverständlich klar. Das traditionsreiche Oldesloer Vogelschießen mit tausenden Kindern und unzähligen Besuchern am Straßenrand ist also nicht in Gefahr.

Zur Sicherheit soll trotzdem etwas gemacht werden. Deshalb haben die Organisatoren, Sicherheitskräfte und das Ordnungsamt zusammengesessen. Während Polizeisprecher Holger Meyer anschließend mitteilt: „Es wurde gemeinsam ein erweitertes Sicherheitskonzept erarbeitet.“ Er weigert sich allerdings, zu erläutern, wie das aussieht. Andere Städte präsentieren stolz ihre Sicherheitskonzepte. Bei der Polizeidirektion Ratzeburg heißt es nur: „Dazu wollen wir nichts in die Öffentlichkeit tragen.“ So schafft die Polizei Vertrauen.

Bürgermeister Jörg Lembke, der selber an der Sicherheitsberatung nicht teilgenommen hat, spricht ebenfalls von einem „erweiterten Sicherheitskonzept“ – das aber noch erarbeitet werden müsse. „Wie setzen wir das um, was die Polizei gerne möchte? Details gibt es da noch nicht, aber es sind ja auch noch vier Wochen Zeit. Deshalb will ich jetzt nicht rumspekulieren“, so Lembke. Es könne ja nur im Raum stehen, „wehrhafte Absperrungen“ zu errichten. Damit meint der Bürgermeister beispielsweise große und schwere Fahrzeuge des Bauhofs, mit denen Kreuzungen abgeriegelt werden könnten.

Natürlich werde auch die Polizei mit einem Großaufgebot an Kräften vor Ort sein. „Allerdings keine schwerbewaffneten Polizisten“, beeilt sich Lembke klarzustellen: „Das würde auch nichts verhindern.“

Ihm geht es eigentlich um etwas ganz anderes. „Es gibt überhaupt keinen Anlass anzunehmen, es könnte etwas passieren“, stellt Jörg Lembke klar. Alles, was die Stadt unternehmen werden, sei „mehr Prophylaxe“, es gehe darum, subjektives Sicherheitsempfinden ernst zu nehmen. Lembke: „100 prozentige Sicherheit kann ich natürlich nicht garantieren.“

Eine Änderung der Streckenführung mit einer stärkeren Konzentration beispielsweise auf die Fußgängerzone hält der Oldesloer Verwaltung-Chef nicht für sinnvoll. „Da muss man die Enge der Fußgängerzone sehen“, sagt er: „Die Bürger sollen die Chance haben, den Umzug optimal zu erleben. Das ist seit Jahrzehnten gelebte Tradition.“

Sicherheit beim Vogelschießen – das betrifft natürlich nicht nur den Umzug, sondern auch das bunte Treiben auf dem Exer. „Wenn, dann behalten wir natürlich alles im Auge“, sagt Jörg Lembke. Eingezäunter Exer? Zugangskontrolle? Taschenverbote? Dazu hat der Bürgermeister eine entschiedene Meinung: „Quatsch! Das wird es alles nicht geben.“ Was genau zur Steigerung der Sicherheit geplant sei, könne er noch nicht sagen und wolle er auch nicht. Lembke: „Wir werden nicht jede Maßnahme bekannt geben – schon aus taktischen Gründen nicht. Das würde denen ja wieder Tür und Tor öffnen.“

Egal ob Panikmache oder begründete Sorgen, für Jörg Lembke steht etwas ganz anderes im Mittelpunkt: „Ich habe das Oldesloer Vogelschießen als Kind mitgemacht, ich habe als Vater am Straßenrand gestanden und jetzt freue ich mich darauf, als Bürgermeister mitzumarschieren. Wollen wir uns unser Kinderfest kaputt machen lassen? Dann hätten die gewonnen.“

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