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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 01:21 Uhr

"Eine Tüte Gerechtigkeit"

vom

Ahrensburger Hortkinder haben Schultüten gebastelt für Abc-Schützen, die sonst leer ausgehen würden

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Ahrensburg | 40 Schultüten warten jetzt auf Ahrensburger Erstklässler, deren Familien wenig finanziellen Spielraum haben. Die Tüten wurden in den vier Horten gebastelt, die von der Arbeiterwohlfahrt getragen werden. Für den Inhalt sorgten vor allem Ahrensburger Bürger, die dafür fleißig gespendet haben. Mehr als 2000 Euro kamen zusammen. Außerdem finden die neuen Schulkinder in ihren Tüten Gutscheine für Freizeitaktivitäten.

"Eine Tüte Gerechtigkeit" heißt die Aktion der Arbeiterwohlfahrt, und sie hat schon Tradition. "Seit fünf Jahren erhalten Kinder aus benachteiligten Familien so eine Grundausstattung für ihre ersten Schuljahre", erklärt Benedikt Pahl vom Awo-Kreisverband. Jeweils 50 Euro kostet der Inhalt mit Stiften, Heften, Lineal und Federtasche. "Wir haben dabei auf Qualität geachtet, damit die Kinder lange etwas davon haben", betont Pahl.

Die Idee sei von den Hort-Kindern selbst gekommen, so Pahl: "Sie fanden es ungerecht, dass sie selbst Schultüten bekommen und andere Kinder nicht." Deshalb werden im Frühjahr in den Horten Reesenbüttel, Aalfang, Hagen und am Schloss jetzt die bunten Tüten gebastelt. Die Eltern, die zur niedrigsten Sozialstaffel gehören, werden von der Stadt benachrichtigt. Sie können die Starter-Tüten für ihre Kinder später im Rathaus abholen. Alles bleibt dabei strikt anonym.

Etwa 1100 Euro kamen allein bei "Music for free" zusammen, der Konzertaktion des Ahrensburger Stadtforums. "Dazu kamen viele Einzelspender, die jeweils 50 Euro übernommen haben", so Pahl.

"Kinderarmut bleibt ein Problem", sagt Pahl, "laut Armutsbericht der Landesregierung ist das Risiko für Kinder in Schleswig-Holstein ein Drittel höher als für Erwachsene." Kinder aus bedürftigen Familien fühlten sich oft ausgegrenzt. "Einen Kino besuch oder Schwimmkurs können sie sich nicht leisten." Und auch der schulische Erfolg und damit die Lebenschancen hingen stark vom Einkommen der Eltern ab.

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