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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 04:42 Uhr

Eine Theaterprobe mit U-Boot

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verein „Bad Oldesloe macht Theater“ übt intensiv für das Stück „1848 - Freiheit für Oldesloe“ und präsentiert Sonntag eine Kostprobe

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 09:22 Uhr

Wer weiß schon, dass 1850 das weltweit erste Unterseeboot in Kiel gebaut wurde? Der Ingenieur Wilhelm Bauer konstruierte das acht Meter lange Unterseeboot „Brandtaucher“, das wegen seiner ungewöhnlichen Form auch „Eiserner Seehund“ genannt wurde, in der Maschinenfabrik und Eisengießerei Schweffel & Howaldt. Doch leider überstand die damals revolutionäre Erfindung noch nicht einmal den ersten Tauchgang.

Der Brandtaucher geriet wegen zu viel Ballast an Bord in Seenot und blieb im Schlick der Kieler Förde stecken. Am selben Tag, als das U-Boot auf den Grund der Förde sank, brach auch die schleswig-holsteinische Erhebung gegen die Dänenherrschaft vorerst zusammen. Diese dramatischen Ereignisse sind auch Thema im Open-Air-Stück „1848 – Freiheit für Oldesloe“ des Vereins „Bad Oldesloe macht Theater“.

Im Mittelpunkt der Aufführung steht das Jahr 1848 und der Kampf der Oldesloer gegen die dänische Krone. Julius Schythe, Herausgeber des Oldesloer Landboten, der ersten Zeitung des kleinen Provinzstädtchens, kämpft gegen Zensur und Intrigen. Der Neritzer Harry Mähl spielt den mutigen Verleger, Ines Lachs steht ihm als Ehefrau Jakobine zur Seite.

Die rund 40 Laienspieler des Ensembles sind hoch motiviert und treffen sich zweimal pro Woche zur Probe im Musiksaal der Theodor-Storm-Schule, wo die Deckenmalereien von Wenzel Hablik für ein farbenfrohes Ambiente sorgen.

21 turbulente Szenen bietet das Dialogbuch, das vom Hamburger Regisseur Sven Lenz geschrieben wurde. Bis zur Uraufführung an Pfingsten 2015 ist zwar noch viel Zeit, aber es gibt einen straffen Probenplan. „Die Spieler sind echt gut, sie haben schon toll was geleistet“, lobt Sven Lenz sein buntes Team, das gerade die Szene 11 in Angriff nimmt. Ein obskurer Doktor Reiking, gespielt von Gerd-Günter Finck, preist auf dem Oldesloer Marktplatz angebliche elektromagnetische Heilgürtel an. „Erwiesene Hilfe bei Rheuma, Gicht und Atemnot: Doktor Reikings elektromagnetischer Heilgürtel hilft! Es steht auch in der Zeitung“, posaunt der Quacksalber in die Menge, die prompt ruft: „Wenn’s in der Zeitung steht, dann muss es wohl auch stimmen!“ Dem Oldesloer Landboten entnehmen die Bürger aber noch viel mehr – nämlich, dass der dänische König ihrer Stadt einen Besuch abstatten möchte, und dass der besagte Brandtaucher von der deutschen Marine gebaut werden soll. Und schon taucht das U-Boot auf, sogar fast in voller Größe, allerdings ist es nur aus Papier – aus Zeitungspapier.

Der Theaterverein präsentiert erste Kostproben und Ausschnitte aus seinem neuen Historienstück am morgigen Sonntag ab 16 Uhr anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags und des Tags der offenen Tür beim Stormarner Tageblatt im Kulturhof in der Mühlenstraße 21. Schließlich geht es bei „1848 - Freiheit für Oldesloe“ ja auch um den Vorläufer des Tageblatts – den Oldesloer Landboten.




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