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Stormarner Tageblatt

25. November 2017 | 10:42 Uhr

Bargteheide : Eine Stadt verändert sich

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wie sich Bargteheide bis 2030 verändert, sagen angehende Stadtplaner voraus.

Handlungsperspektiven für Bargteheide präsentierten jetzt Niklas Brinkmann und Christoph Alexander Dühring. Die angehenden Stadtplaner haben die Situation gründlich untersucht und Vorschläge über das nächste Jahrzehnt hinaus vorgelegt. Das geschah im Rahmen ihrer Bachelor-Prüfung und öffentlich. Ihre Ergebnisse stellten sie während einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Planungsausschuss im Ganztagszentrum vor. Sie könnten den Grundstein für ein Stadtentwicklungskonzept bilden. Für ihre Arbeit erhielten sie viel Applaus von den etwa 60 Zuschauern.

Beispiel Wohnungsbedarf: In Bargteheide werden nach ihrer Prognose bis zum Jahr 2030 etwa 2000 Einwohner zuziehen. Die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte werde um 25 Prozent zulegen. So wachse der Bedarf an kleineren Wohnungen. Es fehlten vor allem barrierefreie und Sozialwohnungen. „732 Wohnungen werden bis dahin durch den Auszug von Senioren für junge Familien frei“, so Brinkmann. Er kalkuliert mit dem Auszug von Senioren über 80 Jahre in barrierefreie, kleinere Wohnungen. Fast 90 Prozent des Bestands sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, die sich für junge Familien anbieten. Das Preisniveau liege noch deutlich unter dem von Hamburg, deshalb sei Bargteheide für sie attraktiv.
Die Studenten schlagen vor, den Wohnungsbedarf durch Bauverdichtung in der Stadt sowie Aufstockungen und Dachausbau im Bestand zu decken. Sanierungsbedürftige Einfamilienhäuser könnten durch Mehrfamilienhäuser ersetzt werden. Durch den Rückbau von Parkplätzen könne zusätzliches Bauland entstehen. Große Neubaugebiete am Stadtrand seien hingegen weniger wünschenswert. Es gebe sehr viele Parkplätze in der Stadt. „Für die Autofahrer ist Bargteheide ein Schlaraffenland“, sagt Dühring. Alle Ziele in der Stadt könnten aber auch in wenigen Minuten mit dem Rad erreicht werden. Die Attraktivität der Innenstadt könne durch ein Zurückdrängen des Autoverkehrs gesteigert werden. Um das Gewerbe in der Innenstadt zu fördern, müsse sie attraktiver gestaltet werden. Nur eine bessere Aufenthaltsqualität hier könne den Einzelhandel im Wettbewerb mit Online-Angeboten stärken. „Schadstoffbelastung am Straßenrand trägt nicht dazu bei“, so Dühring. Über zeitweise Sperrungen der Rathausstraße oder eine Verlagerung des Wochenmarkts dorthin sollte zumindest nachgedacht werden.

Die Stadtplaner treten auch für mehr Grünanlagen ein. Angesichts der zunehmenden Alterung sollte die Natur auch in Wohnungsnähe für Senioren noch erlebbar bleiben. Der Stadtpark sei leider durch Parkplätze zerstückelt. Auch der „Krähenwald“ mit dem Zugang zum Bachstraßenpark sei eine wichtige Grünachse, so die Studenten.

Ein Manko sehen sie im öffentlichen Nahverkehr, was eine Befragung bestätigte. „Viele Einwohner wünschen sich einen Ausbau“, so Brinkmann. Durch das Bevölkerungswachstum werde die Nachfrage weiter steigen. Die Pläne für die Taktung der S 4 brächten für Bargteheide keine große Verbesserung.

Auch innerstädtisch gebe es zusätzlichen Bedarf für einen Stadtbus. „Es gibt keine Busverbindung vom Bahnhof in die Gewerbegebiete“, nennt Dühring ein Beispiel. Auch der Radverkehr müsse stärker gefördert werden, etwa durch Trennung von den Fußgängern und Fahrradstraßen. Bargteheide sollte ein Mobilitätskonzept entwickeln. Die Studenten haben eine umfassende Analyse vorgelegt, mit Ausblick auf die kommenden 13 Jahre. Nicht nur Demografie, auch der Klimaschutz würde Veränderungen bewirken. „Ob das Auto mit Verbrennungsmotor dann noch die heutige Rolle spielen wird, ist fraglich“, so Brinkmann. Auch deshalb sollten neue Parkplätze kritisch gesehen werden.

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