Reinfeld : Eine schnelle Brückenlösung muss her

Dort, wo das Silo steht, soll die Brücke über die Gleise auf dem Bahnhofsvorplatz enden.
Dort, wo das Silo steht, soll die Brücke über die Gleise auf dem Bahnhofsvorplatz enden.

Die Karpfenstadt rechnet in vier bis fünf Jahren mit einer Realisierung der Brücke im Bereich des Bahnhofs.

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29. Juli 2014, 18:18 Uhr

Der Bau einer Brücke als Bahnquerung ist seit Jahrzehnten ein heißes Eisen. Im Zuge der geplanten Fehmarnbeltquerung gewinnt eine schnelle Lösung mehr und mehr an Bedeutung. „Wenn die Beltquerung kommt, geht die Schranke in Reinfeld gar nicht mehr auf“, warnte schon Reinfelds ehemaliger Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt.

Bereits 2012 stimmten CDU und SPD für die Brücke. Die WIR wehrte sich damals heftig und plädierte für eine Tunnel-Lösung, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Auch die so genannte „Bode-Lösung“ stand kurzzeitig zur Debatte. Der Spediteur regte an, einen Tunnel am kleinen Bahnübergang an der Straße Voßkaten zu bauen und die Straße anschließend am Amt Nordstormarn bis zur Bundesstraße / Barnitzer Straße entlang laufen zu lassen.

Nun ist die Karpfenstadt einer Brückenlösung wieder ein Stück näher gekommen. Die Mitglieder des Bauausschusses entschieden sich für eine von sechs Varianten des beauftragten Ingenieurbüros Schüßler Plan. Die Brücke soll von der Feldstraße über die Bahngleise in einem Bogen bis zum Bahnhofsvorplatz führen.

Geschätzte Kosten für das Mammutprojekt mit einer Bauzeit von mindestens einem Jahr: 6,5 Millionen Euro. Allein die Planungskosten liegen laut Bauamt im sechsstelligen Bereich. Zuerst einmal müsste die Stadt in Vorkasse gehen, erst zu einem späteren Zeitpunkt wird die Summe auf den Bund, die Stadt Reinfeld und die Deutsche Bahn verteilt. 70 Prozent des Reinfelder Anteils werde, so Bauamtsleiter Stephan Kruse, vom Land Schleswig-Holstein gefördert. Bis zur Realisierung des Projektes ist es allerdings noch ein langer Weg, denn die Stadtverwaltung rechnet erst in vier bis fünf Jahren mit dem Baubeginn. Der Schuppen auf dem Bahnhofsvorplatz soll verschwinden. Diesem Vorhaben hat die untere Denkmalschutzbehörde zugestimmt. Eventuell soll auch das große Silo der Brücke weichen.

Wie breit das Bauwerk am Ende sein und wie es zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern aufgeteilt wird, will der Bauausschuss auf seiner nächsten Sitzung klären. Die Planungen für die Brücke werden fortgesetzt. Stephan Heinrich von der WIR wurde überstimmt, sein Parteifreund Thorsten Dunkelgut enthielt sich der Stimme.

Als letzte Stormarner Stadt an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck schafft Reinfeld somit endlich den Übergang ins schrankenlose Zeitalter. Vielleicht schon 2019 wird es erstmals möglich sein, die Gleise ohne Wartezeit zu überqueren. Das Gesicht der Karpfenstadt wird dadurch verändert, denn die Brücke fungiere, so Bürgermeister Gerhard Horn, aufgrund ihrer Höhe als „Entrée der Stadt“.

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