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Ahrensburg : Eine Region fordert lärmmindernde Flugrouten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Dicht besiedelte Bereiche wie Ahrensburg, Bargteheide oder Elmenhorst sollten umflogen werden“

von
erstellt am 10.Jun.2015 | 13:18 Uhr

„Vermeidbarer Fluglärm ist unzumutbar“, sagt René Schwartz. Der Ahrensburger fordert, dass dicht besiedelte Bereiche wie Ahrensburg, Bargteheide oder Elmenhorst umflogen werden. Eine geringfügig verkürzte Flugzeit sei „keine tragende Begründung für das unnötige Überfliegen von Ortschaften und größeren Gemeinden in Stormarn“, so Schwartz.

Er appelliert an Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach, sich in der Fluglärmschutzkommission für „Minimum Noise Routings“, kurz MNR einzusetzen. Mit solchen Lärmminderungsstrecken „könnte für mehrere 10  000 Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Stormarner Orten und Gemeinden effektiv der Fluglärm reduziert werden.“

MNR wird auf deutschen Flughäfen genutzt, der deutsche Name „Lärmmindernde Abflugverfahren“ macht aber deutlich, worum es geht: Um Starts. Wenn die Flugzeuge abheben arbeiten die Triebwerke mit voller Leistung und sind am lautesten. Deshalb werden für den Abflug Korridore über möglichst dünn besiedeltem Gebiet festgelegt.

In Fuhlsbüttel starten knapp zwei Drittel aller Maschinen in Richtung Quickborn. Die Flieger mit südöstlichen Zielen drehen dann meistens westlich oder östlich von Tangstedt und fliegen über Bergstedt und Rahlstedt weiter.

Beim Landeanflug schwenken die meisten Maschinen im Standardanflug mit sieben nautischen Meilen über Elmenhorst in knapp 1000 Metern Höhe auf den Leitstrahl ein. Wenn die Flugzeuge die Kurven fliegen, ist es lauter, im Sinkflug arbeiten die Triebwerke aber quasi im Leerlauf mit geringstem Verbrauch und geringster Lärmentwicklung. Deshalb gibt es auch keine MNR-Routen für Landungen.

„Der Tower und die Piloten entscheiden das selbst“, sagt Axel Schmidt, Leiter des Bereichs Umwelt am Flughafen. Theoretisch ließen sich Städte bei geringem Verkehrsaufkommen umfliegen. Die Frage ist allerdings, ob das den Lärm effektiv mindern würden. Bei einem Flugzeug in 1000 Meter Höhe würde einer Versatz um 500 Meter die Entfernung zum Boden gerade mal um 120 Meter verlängern. Schmidt: „Das sind zwei bis drei dB. Den Unterschied nimmt man nur wahr, wenn die Umgebung ruhig ist.“

Am Freitag, 12. Juni, wird Ahrensburgs Bürgermeister Sarach erstmals den Kreis Stormarn in der Fluglärmkommission vertreten. Die Forderung nach MNR-Routen beim Landeanflug wird er dabei nicht auf den Tisch legen. „Natürlich nehme ich die Beschwerden mit, die aufgelaufen sind. Ich komme aber als Neuling in die Runde. Ich weiß nicht, ob die Interessen der Walddörfer mit denen aus Stormarn in Einklang zu bringen sind und ob Routen gefunden werden können, die Städte und Gemeinden möglichst wenig belasten“.

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