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Stormarner Tageblatt

22. September 2017 | 08:27 Uhr

Trittau : Eine ideale Lösung für alle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der gemeinsame Bauhof wird endlich Realität und ist „Grundstein für ein neues Modell der Zusammenarbeit“. Die Idee wurde bereits 2008 geboren. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.

Die Richtkrone hängt, der neue Bauhof – Gemeinschaftsprojekt von Trittau und Lütjensee – nimmt Formen an. „Ich freue mich, dass wir hier heute stehen und der gemeinsame Bauhof endlich Realität wird“, sagte Lütjensees Bürgermeisterin Ulrike Stentzler. Und Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch ergänzte: „Das ist ein Grundstein für ein neues Modell der Zusammenarbeit. Wir haben einen idealen Standort gefunden mit kurzen Wegen nach Lütjensee und Trittau.“

Im Gewerbegebiet an der Carl-Zeiss-Straße wird der neue Bauhof auf dem 6000 Quadratmetern großen Grundstück gebaut. Insgesamt kostet er 1,6 Millionen Euro inklusive der schon im Vorjahr erstellten Salzhalle. Die Investition wird im Verhältnis 70 zu 30 auf Trittau und Lütjensee aufgeteilt, genau wie die Betriebskosten und mögliche Neuanschaffungen. Das regelt ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, der im vergangenen September unterschrieben wurde. Das große Gelände bietet zudem die Möglichkeit, den Bauhof zu erweitern, falls weitere Gemeinden in das Gemeinschaftsprojekt einsteigen möchten.

Der 20 x 35 Meter große Bau ist in eine Kalthalle für die Fahrzeuge sowie einen Warmbereich unterteilt, in dem sich die Werkstatt, die Büros, Sozial- und Sanitärräume befinden. Ein begehbarer Boden über dem Warmbereich wird als Lager genutzt. Demnächst wird auch eine einseitig offene Remise für Schüttgut gebaut. Der Bau ist ein Kompromiss, der ausgehandelt wurde, um Kosten zu sparen. Ulrike Stentzler erinnerte in dem Zusammenhang an das besondere Engagement des damaligen Lütjensser Bauausschussvorsitzenden Harry Gehrcken, der inzwischen verstorben ist. Er hatte sich gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Bauhof noch einmal Kalthallen angeguckt, um das Projekt wegen der Differenzen über die Kosten nicht zu gefährden.

Stentzler freute sich besonders, ihren Mitarbeitern jetzt bessere Arbeitsbedingungen bieten zu können: „Wir haben vier Gemeindemitarbeiter und einen Praktikanten, keine Sozialräume, vier Fahrzeuge, die immer draußen stehen, und vier bis sechs Lagerstätten für Material.“ In Trittau gab es zwar einen Bauhof, der aber auch viel zu beengt war. „Jetzt gibt es ein professionelles Gebäude für beide Teams. Das ist ganz wichtig, denn die Enge machte die Arbeit schwierig“, so Mesch. Durch die gemeinsame Nutzung von Personal, Geräten und Material erhoffen sich die Bürgermeister Einsparungen. Die Mitarbeiter bleiben bei ihrer jeweiligen Gemeinde angestellt. Über einen Verrechnungssatz für Mensch und Maschine wird gegenseitig abgerechnet.

Stentzler erinnerte an den langen Werdegang von der Idee zur Verwirklichung: Seit 20 Jahren diskutiert man in Lütjensee über einen Bauhof. 2008 kam die Idee mit dem gemeinsamen Hof auf, aber viele Zweifler mussten überzeugt werden. Erst nachdem der gemeinsame Zweckverband gut lief, ließen sich einige Politiker auch von der Bauhofidee überzeugen. Dann wurde über mehrere Jahre verhandelt. Es gab eine Standortidee, die nicht genehmigt wurde, es gab die bereits erwähnten Differenzen wegen der Baukosten und zuerst war auch Grönwohld interessiert, sprang dann aber ab. Das ist jetzt alles überwunden. „Das haben wir der Beharrlichkeit der Politik zu verdanken. Jetzt müssen wir zeigen, wie gut das laufen kann“, betonte Oliver Mesch beim Richtfest.

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