Eine Hommage an Louise Zietz

Louise Zietz und ihr Kampf für Frauen schmücken das jüngste VHS-Titelblatt. Fotos: vst
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Louise Zietz und ihr Kampf für Frauen schmücken das jüngste VHS-Titelblatt. Fotos: vst

VHS Bargteheide erinnert anlässlich ihres 150. Geburtstags an die „couragierte Tochter der Stadt“ / Veranstaltung im März

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12. Januar 2015, 11:49 Uhr

Sie war eine ganz bemerkenswerte Frau. „Eine Bargteheider Tochter“, betonte VHS-Leiterin Ute Sauerwein-Weber gestern bei der Vorstellung des Frühjahrsprogramms im Stadthaus. Louise Zietz, nach der auch eine Straße (Louise-Zietz-Weg) benannt ist, hatte Visionen, kämpfte seinerzeit an vorderster Front für die Gleichberechtigung der Frau und saß ebenso in der Nationalversammlung wie im Reichstag.

Geboren wurde sie am 25. März 1865 als Louise Körner. Sie hatte drei Geschwister und stammte aus armen Verhältnissen. Später heiratete sie den Hafenarbeiter Karl Zietz und kam so mit der Arbeiterbewegung in Berührung. Was folgte, war eine Polit-Karriere als „führende Organisatorin und Repräsentantin der sozialdemokratischen Frauenbewegung“, teilte die Chefin der Volkshochschule weiter mit. Da sie in diesem Jahr 150 Jahre geworden wäre, steht das Cover der VHS-Broschüre ganz im Zeichen von Louise Zietz.

„Mit unserem Titelblatt möchten wir an diese couragierte Tochter unserer Stadt erinnern und die Vorfreude auf die Feierlichkeiten anlässlich ihres 150. Geburtstages wecken. Eine Veranstaltung der VHS ist für den 8. März im Rahmen des Internationalen Frauentages geplant“, merkte Ute Sauerwein-Weber an und stellte in dem Zusammenhang Gert Hille vom Kunstkreis Bargteheide vor. Der Grafik-Designer hat nach zwei Jahren erneut das Titelblatt kreiert und unter dem Titel „Visionen – Hommage an Louise Zietz“ versucht, ihr Wirken und Schaffen auf das Cover zu bannen. Das ist bestens gelungen. Dabei wendete der Autodidakt eine spezielle Spachteltechnik an.

Heißt: Erst wird spezieller Karton grundiert, dann folgt die Zeichnung und danach die Arbeit mit Spachteln. „Die Schrift ist als Gestaltungselement ein Teil des Bildes“, sagt Hille. Heraus kam eine Art kunstvolle Collage, die Louise Zietz ins rechte Bild setzt. Seit Jahren kooperiert die Volkshochschule mit dem Kunstkreis Bargteheide. Die Mitglieder übernehmen in wechselnder Folge die Gestaltung des Titelbildes und stellen zudem ihre Arbeiten jeweils im Stadthaus, Am Markt 4, vor.

Die Ausstellung von Gert Hille hat den Titel „Tollmann“ – frei übersetzt „Wahnsinniger“ – und beschreibt das „Unbestimmte in Bildern“, wie der selbstständige Grafiker ausführt. Damit bezieht er sich auf Edgar Alan Poe. Die Werke sind bis zum 28. Februar zu sehen. Die Vernissage erfolgt am 6. Februar, 19.30 Uhr, im Stadthaus. „Wir würden uns freuen, wenn viele Bargteheider kommen würden“, erklärt Ute Sauerwein-Weber.

Zum ersten Mal wird Gert Hille als VHS-Dozent in Aktion treten und Kursteilnehmern seine Technik näherbringen (siehe Extratext).


Das VHS-Frühjahrsprogramm stellen wir Ihnen in einer unserer nächsten Ausgaben vor.

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