Eine große Nachtmusik

Bewährtes Konzept funktioniert auch beim 9. Mal

shz.de von
31. Mai 2015, 17:24 Uhr

Mehr als 1000 Besucher, knapp 100 Musiker auf den 17 Bühnen an ungewöhnlichen Konzertorten quer über das Stadtgebiet verteilt – das war die mittlerweile neunte Musiknacht. Im Holzhandel, Hi-Fi-Studio, beim Frisör, im Supermarkt: Das Konzept der von Felizitas Thuneke und ihrem Sohn Lennart organisierten Musiknacht ging auch dieses Mal wieder voll auf. „Ich bin sehr zufrieden. Alle Musiker konnten auftreten, die Stimmung war großartig, fast alle Konzerte waren sehr gut besucht, daher sind wir der Meinung, dass auch diese Ausgabe locker an die vorherigen anknüpfen konnte“, so Thuneke kurz vor dem Ende des Konzertmarathons. Sie selbst lies sich mit einem speziellen Shuttle von Auftrittsort zu Auftrittsort fahren und schaute, ob auch überall die Dinge so abliefen, wie geplant. Denn schließlich ist der logistische Aufwand bei 17 unterschiedlichen Locations nicht zu unterschätzen. „Die Abläufe waren super. Noch kann ich nichts genaues zu den Zuschauerzahlen sagen. Es ist absehbar, dass wir keinen neuen Rekord ansteuern, weil wir ein wenig unter der Besucherzahl vom Vorjahr liegen dürften, aber alles noch so im Rahmen, dass uns das absolut keine Sorgen bereitet“, sagte Thuneke.

Höhepunkte in Sachen Zuschauerresonanz waren eindeutig die Gigs von Jane Comerford und Abi Wallenstein. Comerford, die unter anderem für ihre Grand Prix Teilnahme mit „Texas Lightning“ und ihre Jurymitgliedschaft bei der Castingshow Popstars bekannt ist, begeisterte zum Auftakt im Holzland Wulf mit einem sympathischen Konzert. Die Australierin, die auch als Vocal-Coach und Dozentin tätig ist, stellte ihre gesangliche Flexibilität und Bandbreite unter Beweis.

Abi Wallenstein gehört zu den Dauergästen der Musiknacht und wurde auch dieses Mal wieder in den Räumlichkeiten der Haspa gefeiert. Später gelang es der texanischen Country-Rockerin und Schauspielerin Patricia Vonne dort, mit ihrem manch mal düstereren aber immer rhythmisch treibenden Südstaatensound an die gute Stimmung nach Wallensteins Blues-Darbietung anzuknüpfen.

Zu den Geheimtipps gehörten die Sängerin Buket und die Organ Explosion, die beide in relativ kleinen Locations spielten. Hier setzt einer der Kritikpunkte an. Manche teilnehmenden Locations sind deutlich zu klein für die gebotenen Konzerte und manche verfügen einfach über eine wirklich miserable Akustik. Doch diese Abstriche muss man einfach machen, wenn ein solches Großprojekt funktionieren soll und sie fallen in der Gesamtbilanz auch nicht so entscheidend ins Gewicht, dass sie den Gesamtspaß trüben. Denn die Musiknacht ist insgesamt ein Gewinn für das kulturelle Leben in Ahrensburg und Stormarn. Das bewies nicht nur die rauschende Aftershowparty mit Jamsession, die den Schlusspunkt im Park-Hotel setzte.

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