Hamberge : Offener Garten - eine Gärtnerin aus Liebe

Von der Terrasse des sonnigen Gartens in Hanglage hat man einen weiten Blick auf die dahinterliegende Wiese mit Kühen. Fotos: fsh
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Von der Terrasse des sonnigen Gartens in Hanglage hat man einen weiten Blick auf die dahinterliegende Wiese mit Kühen. Fotos: fsh

Inge Burst aus Hamberge und 15 weitere Pflanzenfreunde öffnen am Wochenende ihr florales Reich für Besucher.

shz.de von
14. Juni 2018, 06:00 Uhr

„Dieser Blick über den Garten auf die grasenden Kühe auf der Weide ist einfach einmalig“, schwärmt Inge Burst. Die ehemalige Realschullehrerin hegt und pflegt ihr 700 Quadratmeter großes Areal mit ganz viel Liebe und Begeisterung und gibt zu: „Ein bis drei Stunden täglich brauche ich schon, damit alle Blumen und Pflanzen versorgt sind.“ Bei den hohen Temperaturen und der sengenden Sonne muss sie zwei Mal täglich gießen. Natürlich in den Abendstunden, damit die Blüten nicht verbrennen. „Meine Frau ist eine Gärtnerin aus Liebe“, sagt Wolfgang Burst, der selbst im Garten Hand anlegt. Doch seine Tätigkeit beschränke sich eher auf das Rasenmähen, Äste kappen und Laubharken, meint er mit einem Augenzwinkern. Den grünen Daumen hat vor allem seine Frau. Auch den Sinn für das Ästhetische, denn sie besitzt eine eigene Töpferei. Der eine oder andere handgedrehte Deko-Artikel findet da schon mal sein Plätzchen in ihrem Garten.

Durch die Hanglage bieten sich einmalige Gestaltungsmöglichkeiten. Von der Terrasse blickt man auf ein gepflegtes Staudenbeet. Ein Weg führt durch die terrassenartig angelegten Blumenbeete mit zahlreiche Rosensorten hinunter auf den Rasen. Hier blüht zum Beispiel die Rose „Augusta Louise“, die nach einer Freundin Johann Wolfgang von Goethes benannt ist. Ein kleiner Gartentisch mit Sonnenschirm bietet einen gemütlichen Rückzugsort direkt an der Kuhwiese. „Das ist mein Lieblingsplatz“, sagt die Hobby-Gärtnerin.

Die Grünfläche wird von hohen Bäumen Stauden, hohen Gräsern und einer Wildblumenwiese umrandet. Den großen Walnussbaum hat Inge Burst einst in Cleverbrück ausgegraben. Er gedeiht bei ihrer Pflege prächtig. Zahlreiche „Polsterstauden“ hat Inge Burst angepflanzt. Sie liebt vor allem den Acanthus. „Das ist eine wunderbare Staude, die weiß-blau-violett blüht. Ich hoffe, sie blüht beim Tag des offenen Gartens“, so Burst. Daneben ein „Silbertaler“ – eine klassische Staudenpflanze, Phlox, Funkien, Frauenmantel und das Mutterkraut. Jetzt blüht auch die „Jungfer im Grünen“. Der Name klinge so wunderbar, meint die passionierte Gärtnerin. Und immer wieder blaue Glockenblumen und Stockrosen. Sie setzten Farbtupfer auch zwischen den hohen Bäumen.

Am Grundstücksrand gedeiht ein Urwaldbaum ganz prächtig. Doch Achtung, er müsse ständig gekappt werden, weil er sich sonst rasend schnell ausbreite. Inge Burst zeigt stolz einen Topf mit Topinambur – eine essbare Knolle, die gelb blüht. „Das ist meine neuste Errungenschaft“, sagt sie. Auch einen Gewürz- und Kräutergarten hat sie angelegt. Zwei Apfel-, ein Kirsche- und ein Pflaumenbaum runden die Gartengestaltung ab. Inge Bursts Garten am Rande des Naturschutzgebiets ist eine Mischgartenkultur. Beim Tag des offenen Gartens wird sie zahlreiche Setzlinge für 50 Cent das Stück anbieten. Und selbstverständlich werden die Gäste mit Kaffee, Kuchen und belegten Broten bewirtet. Es mache Freude, mit anderen Gartenliebhabern ins Gespräch zu kommen. Inge Burst ist das zweite Mal dabei. Das pensionierte Lehrer-Ehepaar reist zwar viel und gern, aber, so bringt es Wolfgang Burst auf den Punkt: „Wenn man zu Hause am liebsten Urlaub macht, hat man im Garten alles richtig gemacht.“

>Am Tag des offenen Gartens beteiligen sich 16 Gartenbesitzer im Kreis Stormarn. Sie öffnen ihre Gärten am Samstag, 16. Juni, und Sonntag, 17. Juni. Die Kernbesichtigungszeit ist von 10 bis 18 Uhr, individuelle Abweichungen sind möglich. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.offener.garten.de.

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