Eine Frage des Geldes

Sie stellten sich einer lebhaften Diskussion über die Zukunft der Schule in Bünningstedt: Büroleiter Michael Nehring, Bürgermeister Horst Ansén und Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling (von links).
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Sie stellten sich einer lebhaften Diskussion über die Zukunft der Schule in Bünningstedt: Büroleiter Michael Nehring, Bürgermeister Horst Ansén und Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling (von links).

Schulneubau oder nur Sanierung? Für und Wider in der Ammersbeker Gemeindevertretung

shz.de von
12. Oktober 2016, 10:36 Uhr

Eigentlich wollte die Gemeindevertretung in Ammersbek die Planung für einen Schulneubau auf den Weg bringen. Doch jetzt wurde wieder nur über eine Sanierung der Grundschule Bünningstedt diskutiert. Die Ausschüsse für Soziales, Finanzen und Bau hatten einen Neubau allesamt beschlossen. Jetzt gibt es keinen Grundsatzbeschluss des obersten Gemeindegremiums, das Schulthema wird erneut in den Ausschüssen diskutiert.

Die sollen noch einmal das Für und Wider zwischen Neubau und Sanierung beraten. Letztere wird von den Grünen und der Wählergemeinschaft UWA bevorzugt. „Die Öffentlichkeit wurde zu spät beteiligt, auch in den Ausschüssen wurde nicht gründlich diskutiert“, so Henning Sidow (Grüne). Das ändere sich erst jetzt: „Die Kosten für einen Neubau wurden bisher mit Durchschnittszahlen nur grob abgeschätzt.“ Sidow verwies auf leere Kassen, schon in diesem Jahr werde es einen Abschluss mit einem Fehlbetrag von zwei Millionen Euro geben. Weitere Millionenprojekte wie der Umbau der Feuerwache müssten finanziert werden. Er schätzt die Kosten für einen Neubau auf 5,7 Millionen gegenüber 3,6 Millionen Euro für eine abgespeckte Sanierung.

Und Holger Spanehl (UWA) verwies auf eine lange Planungs- und Bauzeit für einen Neubau: „Das ist ein Grund, warum wir für die Sanierung sind.“ „Wir sind für einen Neubau, wenn die Kosten nicht viel höher als für eine Sanierung sind“, sagte Rita Thönnes (SPD). Sie wies auf mögliche Schadstoffe im Altbau hin. Mit einem Neubau könne auch ein optimiertes Raumprogramm verwirklicht werden: „Im Altbau sind allein 300 Quadratmeter Flure.“ Für einen Grundsatzbeschluss sei die Zeit allerdings noch nicht reif, es fehlten Informationen.

Die Kostenschätzungen für eine Sanierung liegen weit auseinander. Die Grünen kommen auf 3,6 Millionen Euro, Dr. Marc Künzer (CDU) vom Finanzausschuss auf 4,2 Millionen Euro. „Der Neubau würde etwa 4,6 Millionen kosten, das sind zehn Prozent mehr“, erläuterte Künzel. Dafür bekomme die Gemeinde ein zeitgemäßes Gebäude. „Wir haben keine Rücklagen“, sagt Bürgermeister Horst Ansén, „Neuinvestitionen müssen durch Kredite finanziert werden. Sie sind aber notwendig.“

Vorteil eines Neubaus auf dem Acker sei auch, dass der Schulbetrieb nebenan weiterlaufen könne. Denn nach bisherigem Planungsstand sollte die Gemeinde eine landwirtschaftliche Fläche neben dem Altbau für den Neubau erwerben. Das umfangreiche Schulgrundstück daneben könnte nach deren Abriss als Bauland verkauft werden. Der Erlös daraus ist in die geschätzten Neubaukosten bereits eingespeist.

Im Pferdestall diskutierten auch Bürger aus Bünningstedt mit. Sie sind für den Erhalt ihrer Schule und eine Sanierung. „Wir möchten die Schulstruktur und den dörflichen Charakter in Bünningstedt erhalten“, sagte Bodo Asmussen unter Applaus.

Die Planungen gehen jetzt also einen Schritt zurück. Es wird erneut in den Ausschüssen diskutiert, auch eine Einwohnerinformation wird geplant. Insbesondere die Eltern der Schulkinder und die Schule selbst sollen stärker einbezogen werden. „Ein Neubau bleibt aber sehr wohl im Gespräch“, so Ansén.



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