Eine Ausstellung zum Anfassen

Der Kriminalpräventive Rat in Trittau (vorn v.l.): Schulsozialarbeiterin Estelle Wolfram, Kristina Schufft (Beratungszentrum Südstormarn), Pastorin Anke Schäfer, Inge Diekmann (Gleichstellungsbeauftragte ), Lehrerin Karin Kastner (Förderzentrum). Hinten: Lehrer Hartmut Roick, Hahnheideschule, Bürgermeister Walter Nussel, Lehrer Matthias Höltje vom Gymnasium und Streetworker Nils-Olaf Peters. Die besondere Ausstellung ist interaktiv gestaltet.  Foto: maurer
Der Kriminalpräventive Rat in Trittau (vorn v.l.): Schulsozialarbeiterin Estelle Wolfram, Kristina Schufft (Beratungszentrum Südstormarn), Pastorin Anke Schäfer, Inge Diekmann (Gleichstellungsbeauftragte ), Lehrerin Karin Kastner (Förderzentrum). Hinten: Lehrer Hartmut Roick, Hahnheideschule, Bürgermeister Walter Nussel, Lehrer Matthias Höltje vom Gymnasium und Streetworker Nils-Olaf Peters. Die besondere Ausstellung ist interaktiv gestaltet. Foto: maurer

"Herzschlag" beleuchtet das Thema "Häusliche Gewalt" im Verwaltungsgebäude Trittau / Gruppen werden fachkundig begleitet

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08. Oktober 2011, 07:38 Uhr

Trittau | Der Kriminalpräventive Rat holt die Wanderausstellung zum Thema häusliche Gewalt "Herzschlag" nach Trittau. Von Montag, 7. November bis Freitag, 18. November ist sie im Verwaltungsgebäude zu sehen. Allerdings ist es keine Ausstellung, durch die man einfach mal so durchgeht. "Sie ist interaktiv gestaltet, lädt zum Anfassen einiger Objekte ein und wirft Fragen auf", sagt Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann, eine der Organisatorinnen.

Im Vorfeld werden Mitglieder des Kriminalpräventiven Rats, dem neben der Polizei die Erziehungsberatungsstelle, die Schulsozialarbeiterin, die Schulen, die Kirche, das Jugendzentrum, die Gemeinde und Senioren angehören, geschult, um die Gruppen fachkundig durch die Schau zu begleiten. Mit dabei zwei 15-jährige Schülerinnen des Gymnasiums, die bereits als Konfliktlotsen tätig sind und später in ihrer Schule als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Gruppenweise nach vorheriger Anmeldung kann die Ausstellung besucht werden. Sie wurde vom Frauenhaus Norderstedt konzipiert. Dort lebende Betroffene haben eigene Erfahrungen und Geschichten mittels der Kunst, zum Beispiel in Form von Installationen, verarbeitet. Unter anderem wird eine "Gewaltspirale" aus Stacheldraht, ein zu öffnender Schrank, in dem sich Pillen und Alkohol befinden und ein Bett gezeigt. Mit der Ausstellung soll verdeutlicht werden, wie es zu häuslicher Gewalt kommt.

"Wer selbst Gewalt erlebt hat, gibt das auch so weiter. Außerdem ist Alkohol ein großer Faktor und manche Beziehungen sind so angelegt, dass sie scheinbar keinen anderen Ausweg lassen", weiß Kristina Schufft vom Beratungszentrum Südstormarn aus ihrem Arbeitsalltag. Auch die Lehrer werden in den Schulen mit dem Thema konfrontiert, wenn auch die meisten Betroffenen versuchen, ihre Probleme zu verheimlichen. "Unser Kollegium nimmt als Gruppe an einer Führung teil, und wir sind gespannt auf die Tipps der Polizei, welche Interventionsmöglichkeiten man hat", sagt Hartmut Roick, Lehrer an der Hahnheideschule. Denn auch das ist ein wichtiges Thema: Zum Hingucken anregen und ermutigen soll die Ausstellung alle, die mittelbar als Freunde oder Familie Zeugen von Gewalt werden. Welche Hilfen es gibt, an wen man sich wenden kann, wird ebenfalls thematisiert.

Den Kriminalpräventiven Rat gibt es seit den 90er Jahren. Er trifft sich vier Mal im Jahr und beschäftigt sich mit wechselnden Themen. Ging es zuerst um Einbruchsicherung und Ladendiebstähle, wurde später das Thema Jugend und Alkohol behandelt, auch heute immer wieder akut, Stichwort "Komasaufen" und "Vandalismus" auf dem Weg zur Disko.

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