Eine Abfuhr für die Sperrmüllabfuhr

Kann seinen Sperrmüll aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Straßenrand schleppen: Heinz Wacker aus Bargteheide. Foto: Stolten
1 von 2
Kann seinen Sperrmüll aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Straßenrand schleppen: Heinz Wacker aus Bargteheide. Foto: Stolten

Das Ehepaar Wacker aus Bargteheide ist ein wenig angefressen. Es will simplen Sperrmüll loswerden. Aber ganz so einfach ist das nicht.

Avatar_shz von
04. Februar 2009, 10:09 Uhr

Bargteheide | Das kennt wohl jeder: Stück für Stück, Jahr für Jahr wächst der Berg, breitet sich Sperrmüll auf dem Dachboden, im Keller, in der Garage oder im Schuppen immer weiter aus. Letzter Ausweg ist die Abholung. Kurzer Anruf bei der Abfallwirtschaft Südholstein. Die AWS schickt einen Müllwagen, Mitarbeiter packen den Schrott am Straßenrand ein und das Problem ist flott aus der Welt geschafft. Doch was ist, wenn der Unrat nicht am Straßenrand steht? Dann wirds schwieriger. Bei dem Ehepaar Heinz und Margot Wacker aus Bargteheide ist das der Fall.

Der 79-Jährige und seine fünf Jahre jüngere Frau wollen sich vom angesammelten Sperrmüll trennen. Da sie aber gesundheitlich nicht in der Lage sind, einen Herd, alte Betten, Schrankwände und andere Überbleibsel aus vergangenen Zeiten 40 Meter an den Straßenrand zu schleppen, möchten sie, dass der Abfall vom Grundstück aus abtransport wird. Aber gerade da liegt der Hase im Pfeffer, wird der Fall zur Medaille mit den sprichwörtlichen zwei Seiten.

Dem Ehepaar wird am Service-Telefon der Abfallwirtschaft mitgeteilt, dass die Müllwagen nicht auf Privatgrundstücke führen, dass das Ehepaar den Sperrmüll aber gegen Mehrkosten abtransportieren lassen könne. Das sehen die Wackers nicht ein. "Das Heizölfahrzeug fährt auch aufs Grundstück", so Margot Wacker. "Warum also nicht ebenso der Müllwagen?" Ehemann Heinz schiebt nach: "Auffahrt und Grundstück sind groß genug. Zudem ist der Boden fest und der Unrat steht bereits auf dem Grundstück und nicht mehr im Keller. Die Sachen müssen nur in den Müllwagen bugsiert werden."

Für AWS-Sprecher Olaf Stötefalke ein zweischneidiges Schwert. Einerseits könne er das Ehepaar verstehen, erklärte er auf Nachfrage. Andererseits gebe es die rechtliche Situation. Wenn bei der Abholung auf dem Grundstück was passiere, sei der Ärger vorprogrammiert. 200 000 Haushalte in Stormarn und Herzogtum Lauenburg würden betreut. Bei dem Massengeschäft seien Regeln einzuhalten, sagte Stötefalke und verwies auf die Berufsgenossenschaft. Deshalb die zu zahlende Extraleistung, bei der die Mitarbeiter den Abfall an den Straßenrand zum Müllfahrzeug schleppten. Stötefalke wollte sich aber mit den Wackers in Verbindung setzen. Vielleicht gibts ja doch noch ein Happy End.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen