Bad Odlesloe : Einbrecher kommen am Tag

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt. Archiv
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Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt. Archiv

Wirksamer Schutz gegen Diebe: Investition in gute Gebäudesicherung zahlt sich aus.

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22. Mai 2015, 06:00 Uhr

Rückgang bei Gewalttaten durch Jugendliche, mehr Einbrüche am helllichten Tag und insgesamt liegt die Stadt auf Platz zwei der Häufigkeit von Straftaten in Stormarn hinter Ahrensburg – Oldesloes Kripo-Chef Hans-Jürgen Köhnke stellte dem Hauptausschuss die Kriminalstatistik der Kreisstadt vor. „Insgesamt gibt es keine Bereiche mit besonders auffälligen Entwicklungen, in denen die Politik akut handeln müsste“, sagte er gleich zu Beginn.

Die Zahl von Körperverletzungen stieg leicht an, ist aber mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre insgesamt auf niedrigerem Niveau geblieben. 222 Körperverletzungen gab es 2014 in der Kreisstadt. 2007 waren es noch 325. Besonders erfreulich: Junge Menschen treten insgesamt immer weniger als Täter auf. 94 Oldesloer zwischen 18 und 21 wurden im Vorjahr straffällig. Dazu kamen noch 108 im Alter von 14 bis 17 Jahren. „Diese Zahlen sind seit Jahren deutlich rückläufig. Das liegt sicherlich an der guten Präventionsarbeit und Angeboten für Jugendliche vor Ort. Das ist ein wichtiger Bereich, den man auch so fortführen sollte“, berichtete Köhnke.

Mit Sorge betrachte man die Wohnungseinbrüche. 2014 brachen insgesamt 60 Mal Diebe in Häuser in Bad Oldesloe ein. „30 dieser Taten fanden am Tag statt“ – Tendenz steigend. 2013 waren es 51 Einbrüche. 2007 allerdings auch schon mal 107. Effektiv scheinen Sicherungsmaßnahmen zu sein. Denn bei der Hälfte der Taten blieb es 2014 beim Versuch. „Die Legende von: Wo sie reinkommen wollen, kommen sie auch rein, stimmt halt nicht“, so Köhnke.

Auf die Nachfrage von Uwe Rädisch (CDU), ob es sich bei diesen Einbruchsserien vor allem um Profi-Banden handele, konnte Köhnke keine genaue Antwort geben. „Es stimmt schon, dass es vor allem im Hamburger Speckgürtel diese Banden aus Süd- und Südosteuropa gibt. Aber es gibt auch die lokalen Täter. Leider ist unsere Aufklärungsrate sehr übersichtlich, so dass ich natürlich nicht sagen kann, aus welchem Bereich die Täter stammen“, so der Kripo-Chef weiter.

Der Hauptausschuss hatte im Vorwege darum gebeten, dass Köhnke ein Statement zu möglichen Straftaten durch oder gegen Flüchtlinge abgeben solle. „Wir können dort keine Auffälligkeiten feststellen. Weder, dass es besondere Straftaten durch Flüchtlinge gibt, noch, dass sie auffällig zu Opfern von Verbrechen werden“, so Köhnke. Auch zum noch unaufgeklärten Anschlag auf die Flüchtlingsunterbringung in Grabau gab es keinen neuen Stand. „Wir haben keinen Tatverdächtigen. Daher wissen wir auch nicht, ob das Geschehen politisch motiviert war. Wir würden es natürlich gerne aufklären, aber momentan weiß ich nicht, ob das gelingen wird.“

Lokalpolitiker Wolfgang Schmidt (parteilos) trug den Wunsch vor, mehr Polizeipräsenz in der Stadt vorzufinden: „Tagsüber sehe ich gar keine Fußstreifen mehr und auch am Abend kommt mir das so vor, als habe sich die Polizei aus der Öffentlichkeit weiter zurückgezogen.“ Wolf-Rüdiger Traß, Polizeichef in Oldesloe, widersprach dieser Auffassung energisch. „Ein Kollege geht regelmäßig auch tagsüber Streife, vielleicht verfehlen sie sich nur. Ich kann keine Kollegen losschicken, nur damit die Bürger mal wieder einen Polizisten sehen. Das wäre sehr uneffektiv“, so Traß.

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