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Reinfelder Gedenken : Ein Weg wird nach dem Nazi-Opfer benannt

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Auf Einladung des Arbeitskreises „Stolpersteine“ ist das Straßenschild „Richard-Minkwitz-Weg“ anlässlich des 81. Todestages des Nazi-Opfers am Wanderweg Neuhöfer Teich enthüllt worden.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Bewegende Momente in der Innenstadt: Auf Einladung des Arbeitskreises „Stolpersteine“ wurde das Straßenschild „Richard-Minkwitz-Weg“ anlässlich des 81. Todestages des Nazi-Opfers am Wanderweg Neuhöfer Teich enthüllt.

Zuvor legten die Beteiligten am Stolperstein vor dem Wohnhaus des Opfers Richard Minkwitz in der Paul-von-Schoenaich-Straße 36 weiße Rosen nieder und gedachten in einer Schweigeminute dem Landarbeiter und Mitglied der KPD, der 1933 von der Gestapo in Schutzhaft genommen wurde und sich angeblich im Oldesloer Gefängnis erhängt hat. Richard Minkwitz hinterließ fünf Kinder. Um für den Lebensunterhalt zu sorgen, vermietete seine Witwe Zimmer in ihrem Haus und fand später Arbeit in Lübeck. Aus den rückwärtigen Fenstern des damaligen Hauses der Familie kann man direkt zum Wanderweg sehen. Viel später erst kam durch die Recherchen von Dr. Klaus Klingner, ehemaliger Justizminister Schleswig-Holsteins, heraus, dass Minkwitz ermordet worden war.

„Durch das Aufstellen des Straßenschildes wird die Erinnerungsarbeit in Reinfeld fortgesetzt“, betonte Mit-Initiator Albrecht Werner. Das Anbringen von zwei Hinweisschildern an der Straßenlaterne vor dem Haus des Opfers sei mit der Stadtverwaltung abgesprochen.

Nach den feierlichen Minuten am Stolperstein enthüllten Paul Sommer und Tim Reichel, Mitglieder der Arbeitsgruppe und Schüler der Klasse 9c an der Immanuel-Kant-Schule, das Straßenschild. Zwei weitere Schilder sind am Wanderweg um den Neuhöfer Teich aufgestellt worden. Bürgervorsteher Gerd Herrmann fühlt sich persönlich betroffen vom Schicksal Richard Minkwitz, seien seine Eltern und die Familie doch Nachbarn gewesen. Hermann hofft, dass Würdigung dazu Anlass geben werde, weiter gegen rechtes Gedankengut anzukämpfen und nicht auf den Inhalt der neuerdings wieder vermehrt verteilten Flyer und Aufkleber durch rechtsradikale Gruppierungen hereinzufallen.

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