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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 19:56 Uhr

Ein Team ist noch gut im Spiel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Software-Challenge Germany 2013/2014: Gymnasium Eckhorst in der Champions-League-Phase

Es erinnert ein wenig ans Domino-Spiel, ganz so einfach ist „Six Pack“ aber nicht. Vor allem sind die Spieler keine Menschen, sondern Computer. Wer sie dafür am besten programmieren kann, gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Software-Challenge Germany“. Drei Schülergruppen des Eckhorst-Gymnasiums nehmen in diesem Jahr daran teil und eine davon hat noch die Chance, als eine von acht Mannschaften ins Finale zu kommen.

Der zwölfte Jahrgang liegt zurzeit nach dem 19. Spieltag auf dem 8. Platz. Vier Spieltage folgen noch. Halten sie den Platz, sind sie in der Endrunde. Auf den Plätzen 16 und 18 folgen zwei weitere Mannschaften aus Bargteheide. Insgesamt 53 Teams mit 438 Schülern aus ganz Deutschland nehmen daran teil. Das Gymnasium ist bereits zum sechsten Mal dabei. Das ist auch dem Engagement von Heiko Rahf zu verdanken. Der stellvertretende Schulleiter und Informatiklehrer hat es verstanden, Begeisterung für den Wettbewerb zu wecken.

Jeder Kurs schickt einen selbst programmierten Klient in die Ausscheidung, ein Programm als virtueller Spieler. „Wir müssen alle möglichen Züge des Gegners vorausberechnen und daraus den für uns besten Zug ermitteln, der die meisten Punkte bringt“, erklärt Hendrik Ulbrich. Das geschieht mit Hilfe von Algorithmen, wie sie auch der Suchdienst Google verwendet. Viele mathematische Einzelschritte führen dabei zu einer Lösung. „Unser Programmier-Code hat 2600 Zeilen“, sagt Ulbrich.

Die Endausscheidung wird in Kiel durchgespielt. „Wir haben dafür einen völlig autonomen Server“, sagt Ulrike Pollakowski vom Institut für Informatik, „bisher hat es noch niemand geschafft, ihn zu hacken.“

In zwei Wochenstunden Informatik beschäftigen sich die Schüler seit einem halben Jahr mit dem Programmieren, doch sie investieren noch weit mehr Zeit. „Wir sitzen oft noch am Wochenende zusammen, wenn wir Zeit haben“, sagt Joshua, „das geht dann von 10 bis 23 Uhr.“ Für einen neuen Spielzug haben die Rechner nur zwei Sekunden Zeit. „Wir haben das Programm deshalb etwas entschlackt“, erklärt Kai, „damit die PCs schneller arbeiten.“

Die besten Schüler erhalten eines von bis zu 100 Stipendien, die von den teilnehmenden Wirtschaftsbetrieben finanziert werden. Ein Studienjahr lang gibt es monatlich 300 Euro. Zwei künftige Stipendiaten gibt es bereits am Gymnasium, dessen zwölfter Jahrgang im vergangenen Jahr auf dem 5. Platz landete. Daneben erhält die Schule der Erstplatzierten 1000 Euro. Aber auch beruflich öffnet ein Stipendium neue Wege. „Viele Stipendiaten haben bereits eigene, kleine Software-Firmen gegründet“, sagt Ulrike Pollakowski, „sie sind schon recht erfolgreich am Markt.“

„Wir fahren mit den Teilnehmern zur Endausscheidung am 13. Juni nach Kiel“, sagt Heiko Rahf. Im Citti-Park wird die Ausscheidung mit einem Beamer gezeigt. Nur Eingriffe sind dann nicht mehr möglich, die Rechner spielen autark. Der zwölfte Jahrgang hat seine Programmierarbeiten schon jetzt beendet, denn heute ist er zur Studienfahrt nach Rom aufgebrochen.

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