Ahrensburg : Ein stiller Abgang für ein stilles Örtchen

Zum Schluss schwebte das zehn Tonnen schwere Häuschen am Kranhaken über der Manfred-Samusch-Straße, bevor es auf dem Tieflader aufsetzte und abtransportiert wurde. Ende der Geschichte.
Zum Schluss schwebte das zehn Tonnen schwere Häuschen am Kranhaken über der Manfred-Samusch-Straße, bevor es auf dem Tieflader aufsetzte und abtransportiert wurde. Ende der Geschichte.

Das in die Schlagzeilen geratene Luxus-WC in Ahrensburg ist Geschichte.

shz.de von
26. Januar 2018, 06:00 Uhr

Donnerstagabend rückten Monteure der Hamburger Firma Wall, Städtemöblierung (Nachfolgefirma von JC Decaux) und einer Spediditionsfirma an und demontierten – fast unbeobachet von der Öffentlichkeit – das Luxus-Klo vor dem Ahrensburger Rathaus. Ein stiller Abgang für ein stilles Örtchen. Die öffentliche Toilette war in die Schlagzeilen geraten, nachdem der Bund der Steuerzahler das WC wegen der enormen Kosten angeprangert und das Fernsehen die ganze Sache öffentlich gemacht hatte.

„Damals war es nicht so kalt“, erinnert sich Rainer Lietzke von der Firma Wall an die Inbetriebnahme des grünen Häuschens am 21. Juni 2006. Er erlebte den Aufbau und war jetzt auch beim Abbau wieder dabei. Nicht dabei war diesmal ein Vertreter der Stadt Ahrensburg – weder aus der Verwaltung noch aus Politik. Vor zwölf Jahren war das anders. Die ganze Aktion vor dem Rathaus dauerte eine knappe Stunde, dann hievte Kranfahrer Martin Weiß mit seinem 100-Tonnen-Teleskopkran das zehn Tonnen schwere Häuschen über die Manfred-Samusch-Straße und ließ es mit einem sanften „Plopp“ auf den Tieflader aufsetzen.

Der nächste Standort für ein behindertengerechtes WC soll in der Großen Straße sein. Die Schlossstadt Ahrensburg hatte insgesamt rund eine halbe Million Euro Miete gezahlt, dazu kamen die Betriebskosten. Umgerechnet wurde jeder Gang mit rund 30 Euro subventioniert – eine Benutzung kostete 50 Cent.

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