Ein prima Klima in der Kirche

Pastor Erhard Graf vor den historischen Kirchenfenstern im Altarraum der Klein Wesenberger Kirche mit der neuen Belüftungstechnik. Kleines Foto oben rechts: Dieser ferngesteuerte Motor sorgt dafür, dass die Kirchenfenster je nach Bedarf auf- und zugehen. Fotos: schlüter
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Pastor Erhard Graf vor den historischen Kirchenfenstern im Altarraum der Klein Wesenberger Kirche mit der neuen Belüftungstechnik. Kleines Foto oben rechts: Dieser ferngesteuerte Motor sorgt dafür, dass die Kirchenfenster je nach Bedarf auf- und zugehen. Fotos: schlüter

Mit modernster Technik gegen Schimmel: Kirchengemeinde investiert 50 000 Euro in Heizungs- und Belüftungsanlage

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11. Dezember 2017, 18:34 Uhr

Zu Weihnachten können sich die Besucher der Gottesdienste auf eine wohl temperierte Kirche freuen. Denn pünktlich zum Winter wurde die neue Heizungs- und Belüftungstechnik der Klein Wesenberger Kirche installiert. Doch nicht die Kirchenbesucher sollen es mollig warm haben, sondern das historische neugotische Backstein-Gotteshaus samt Orgel und Altar soll durch die modernste Technik vor Feuchtigkeitsschäden be-



wahrt werden. Um dem Denkmalschutz zu genügen werde, so Pastor Erhard Graf, schon seit langem auf sämtliche Teppiche und Sitzpolster verzichtet, denn diese saugten die Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf. Die Feuchtigkeit zu regulieren war eines der Hauptanliegen bei der Sanierung der Heizungsanlage. Neben einem neuen Brennwertkessel mit geringem Co2-Ausstoß, der den 40 Jahre alten Kessel in einem Nebenraum unterhalb der Kirche ersetzt, wurden an zwei historischen Fenstern spezielle Motoren angebracht, die aufgrund der Messung von Außen- und Innensensoren die Fenster öffnen oder schließen. „Es muss eine ständige Grundtemperatur von elf Grad in der Kirche herrschen“, betont der Pastor. Nicht gerade eine kuschelige Wohnzimmer-Temperatur, aber essenziell zum Schutz vor dem
Schimmel.

61 Prozent Luftfeuchtigkeit dürfen höchstens im Gotteshaus gemessen werden. All dies wird jetzt automatisch anhand modernster Computertechnik geregelt. „Nur nach Gottesdiensten, wenn es all zu sehr muffelt, können die Fenster auch per Hand geöffnet werden“, erklärt Detlef Vanselow von der ausführenden Firma Mahr aus Aachen. Bald wird die Kirche, die 1885 auf dem Fundament ihrer Vorgängerin erbaut wurde, nicht mehr muffig riechen. Und auch in der Orgel kann keine Feuchtigkeit die Pfeifen zerstören. Ein perfektes Raumklima.

Die Gemeinde konnte eine Sonderregelung mit der Landeskirche und dem Kirchenkreis erwirken, so dass die Heizungsmodernisierung doch nicht, wie Anfang des Jahres befürchtet, auf die lange Bank geschoben werden musste. „Auf Fördermittel haben wir jedoch verzichtet“, so Graf. Das dauere zu lange, und man wollte bis zum Weihnachtsfest fertig werden. 50 000 Euro investierte die Gemeinde – finanziert aus Baurücklagen. Die alten Rohrleitungen waren noch in Ordnung, so dass man ein wenig einsparen konnte.

Im nächsten Jahr steht die Sanierung der kompletten Beleuchtung bis in den Glockenturm an, was ebenfalls rund 50 000 Euro verschlingen wird. Ziegel müssen am Eingang nach über 100 Jahren ausgetauscht werden, der Boden rund um die Kirche





muss freigeschachtet und auf das Mauerwerk eine luftdurchlässige Schicht aufgetragen werden. Noch viel zu tun also.

Gottesmann Erhard Graf hofft, dass zumindest im Gemeindehaus und im Pastorat – alles in den 1950er und 1960er Jahren erbaut – nichts kaputt geht.

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