Ein Platz für (weitere 130) Kinder

Schulverbandsvorsitzende Ute Agatz hat seinerzeit mit dem Verein „Feste Grundschulzeiten“ den Grundstein für die Nachmittagsbetreuung gelegt.
Schulverbandsvorsitzende Ute Agatz hat seinerzeit mit dem Verein „Feste Grundschulzeiten“ den Grundstein für die Nachmittagsbetreuung gelegt.

Ein zweites Betreuungs-Domizil auf 780 Quadratmetern: „Blaues Haus“ in Trittau endlich fertiggestellt

Avatar_shz von
05. Dezember 2017, 13:15 Uhr

Endlich ist es fertig – das zweite „Blaue Haus“, das in Kooperation von Gemeinde und Schulverband entstand. Die Gemeinde Trittau stellte insgesamt 1,7 Millionen für den Neubau zur Verfügung, davon entfielen 1,5 Millionen auf das Haus. Der Rest ist für die Außenanlagen, den Zaun und Spielgeräte vorgesehen. Die Innenausstattung übernimmt der Schulverband, der die Immobilie von der Gemeinde mietet, um hier weitere 130 Kinder pro Tag nach der Schule zu betreuen. Insgesamt werden in der Institution „Blaues Haus“ – ein Begriff, den die Kinder gemäß der Optik prägten – in beiden Häusern zusammen 244 Kinder von 18 pädagogischen Mitarbeitern betreut.

„Ich bin sehr dankbar für diesen gewählten Weg und habe von den anderen Verbandsmitgliedern nur positive Rückmeldungen erhalten“, so Ute Agatz, Vorsitzende des Schulverbandes. Im Vorfeld hatte es im Schulverband – wie berichtet – Streitigkeiten gegeben. Einige Bürgermeister kleinerer Gemeinden wollten das neue Haus nicht mitfinanzieren, da es überwiegend von Trittauer Kindern genutzt wird.

Der Initiative von Ute Agatz vor 24 Jahren ist es zu verdanken, dass es diese beliebte Nachmittagsbetreuung überhaupt gibt. Seinerzeit gründete sie den Verein „Feste Grundschulzeiten“, wurde belächelt bis angefeindet von „alten Herren“ aus der Politik, die noch meinten, die Kinderbetreuung würden die Frauen zu Hause übernehmen.

Die Betreuung begann mit fünf Kindern im Sportlerheim, nach einer Woche waren es schon sieben. Da immer mehr Kinder angemeldet wurden, wurde zuerst ein Container angeschafft, dann das erste Blaue Haus gebaut. Nach zwei Jahren musste wieder ein Container her. Lange Jahre eine Notlösung, die jedoch nicht ewig genehmigungsfähig war. So kam es zum Neubau eines zweiten Hauses am Rande des Sportplatzes. Es wurde wie schon bei der Hahnheideschule auf die Modulbauweise gesetzt. Von der Ausschreibung im März bis zum Baubeginn im Juli und der Fertigstellung im November war es nur noch ein kurzer Zeitraum.

Acht Gruppenräume, zwei Aufenthaltsräume, ein trennbarer Gemeinschaftsraum, sowie Büro, Personal- und Sanitärräume entstanden auf 780 Quadratmetern über zwei Geschosse. Zu Beginn des neuen Jahres kommt ein Zaun, die Spielgeräte werden im Frühjahr aufgestellt. Dann wird auch die Kugelstoßanlage an anderer Stelle wieder hergerichtet, die für das Haus weichen musste. Der Zuweg von der Großenseer Straße ist witterungsbedingt auch noch nicht ganz fertig, aber die Neuerung ist schon gut erkennbar. Der Weg wird so verschwenkt, dass die Kinder direkt gegenüber des so genannten Schulwegs zum Ziegelbergweg ankommen. Im Rahmen der Schulwegsicherung wird die Ampel um ein paar Meter versetzt, so dass die bisherige Gefahrensituation, wenn neben der Ampel die Straße überquert wird, weil der Weg dort endet, entschärft wird. Das Haus wird übrigens auch vormittags genutzt: Hier trifft sich eine Mutter-Kind-Gruppe von Flüchtlingen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen