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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 09:30 Uhr

Ein optimales Jahr in den USA

vom

Oldesloer kehrt nach einem Jahr mit dem Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestags zurück nach Deutschland

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Bad Oldesloe | Entspannt sitzt David Olbrich (23) auf dem Sofa seiner Eltern in Bad Oldesloe. Gemeinsam empfangen sie nicht ganz alltäglichen Besuch. Der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (CDU) sitzt ihnen gegenüber und informiert sich gerade neugierig über das vergangene Jahr des jungen Oldesloers. Und das natürlich nicht ohne Grund. Denn Storjohann war Pate des 23-Jährigen im Verlauf von dessen Austausch. Dank des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms des Deutschen Bundestags gehört Olbrich zu den 75 Stipendiaten, die ein Jahr in den USA verbringen durften.

Nach dem Abitur in Bad Oldesloe 2009 und der anschließenden Ausbildung bei Erasco zum Marketingassistenten hatte dieser beschlossen, dass er gerne eine neue Herausforderung suchen möchte, bevor er weiß, wohin sein beruflicher und auch sein persönlicher Weg führen werde. Als ausgesprochener Amerikafan wollte er schauen, ob seine positiven und negativen Vorurteile gegenüber den USA sich auch vor Ort bestätigen würden.

Das Hauptprakikum bei der Erasco-Mutterfirma Campbells sollte neue Einblicke ins Wirtschaftsleben verschaffen. Trafen all diese Erwartungen ein? Wie waren tatsächlich die Erfahrungen vor Ort? David lächelt und sagt: "Insgesamt nur positiv. Etwas anderes kann ich gar nicht berichten." Nur der Auftakt sei etwas stressig gewesen. In einer kleinen Unterkunft, mit 50 Leuten auf einem Flur und nur drei Gemeinschaftsduschen - so startete er in den ersten Tagen in New York. "Ich glaube das war nur der letzte Test, ob man wirklich Lust hat, das durchzuziehen", weiß er heute. Dann ging es nach Illinois, wo er auf dem Land in einer Familie untergebracht wurde. "Sie hatten eine große Schweinefarm. Wir wohnten zwischen St. Louis und Pittsburgh. Jeweils zwei Stunden entfernt. Aber das ist für Amerikaner ja gar nichts", sagt er. Alle seien sehr hilfsbereit und offen gewesen. "Man wird angesprochen, was man denn so treibt und wie es einem geht und ich dachte so ,Kenn ich dich eigentlich?", berichtet Olbrich. Der erste Kontakt sei so in Amerika viel leichter herzustellen, als in Deutschland.

Am College leistete er Sozialstunden als Fußball-Co-Trainer ab. "Die haben ja tatsächlich keine Ahnung von Fußball. Da war ich als Deutscher gleich ziemlich gefragt. Das hat auch Spaß gemacht", erzählt er. Auf der anderen Seite lernte er als deutscher Basketballer die rauhen Sitten auf amerikanischen Spielfeldern kennen. "Ich durfte sofort mitspielen. Das war super. Aber sie waren fast alle Afroamerikaner, zwei Meter groß und durchtrainiert. Da hat man auch schon mal einen Ellenbogen im Gesicht. Trotzdem war die Erfahrung toll." Das galt auch für den zweiten Teil seines Aufenthalts - dem Praktikum beim Campbells. "Ich wurde voll mit eingebunden. Sogar schon mit zu Terminen genommen, als ich noch gar nicht wusste, worum es geht. Später war ich selbst auf Geschäftsreisen. Wir hatten ein großes Budget, haben unter anderem Fernsehwerbung geschaltet und ähnliches. Das war schon anders als in Deutschland bei Erasco."

Am Ende sei es schwer gewesen, wieder aufbrechen zu müssen. "Es haben sich echte Freundschaften entwickelt. Vielleicht arbeite ich später nochmal dort. Das ist nicht unmöglich. Andererseits habe ich auch viele Dinge schätzen gelernt, wie sie hier in Deutschland halt ablaufen", so Ollbrich.

"Ich habe selten einen so positiven Bericht bekommen. Das freut mich. Es ist alles optimal verlaufen", sagte sein Pate Storjohann abschließend.

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