Nienwohld : Ein Nest für Adebar

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Mit Hilfe von Ehrenamtlichen nistet nach Jahrzehnten wieder ein Storchenpaar im Dorf.

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21. Mai 2015, 12:10 Uhr

Meister Adebar hatte in den letzten Wochen immer wieder versucht, ein Nest auf einem der stillgelegten Strommasten in einem Rapsfeld an der Schulstraße zu bauen. Leider vergeblich. „Die Zweige flogen immer wieder weg, nichts hielt sich dort oben“, erzählt Bürgermeister Thomas Manke. Das hätte man nicht länger mit ansehen können, ergänzt Anwohnerin Birgit Jessen.

Kurzentschlossen wurde bei Storchenbetreuer Andreas Hack vom Naturschutzbund (Nabu) angerufen und ein fix und fertiges Storchennest geordert. Anschließend machten sich drei freiwillige Helfer ans Werk, um eine Unterkonstruktion zu organisieren. Diese sei, gibt der Bürgermeister zu, zwar aus Plastik und nicht schön, dafür aber selten und stabil. Die Männer kletterten mit Hilfe einer Leiter auf den Strommast und befestigten das Nest in luftiger Höhe.

Zuvor hatten Fachleute der Schleswig-Holstein Netz AG den still gelegten Freileitungsmast überprüft und geerdet. Denn Sicherheit habe Vorrang, so Kommunalbetreuer Thomas Rath. Hier vor Ort helfe die Netz AG gerne, den Vogelschutz zu verbessern und Nistmöglichkeiten für Störche zu schaffen. 380  000 Euro hat die Netz AG in den letzten Jahren in reine Vogelschutz-Vorrichtungen investiert. Thomas Rath versprach, für ein wetterbeständiges Untergestell aus verzinktem Stahl zu sorgen. Birgit Jessen hofft, dass auch auf den weiteren stillgelegten Strommasten nach und nach Storchennester entstehen. „Das ist unser erstes Storchenpaar seit es hier noch Kopfsteinpflaster gab“, erinnert sie sich. Danach habe es immer wieder Versuche der Ansiedlung gegeben – vor allem auf dem Schornstein der Süßmosterei. Doch die Dämpfe seien einfach zu gefährlich für Adebar und seinen Nachwuchs. Das Nest musste wieder abgebaut werden.

„Wir wollen zwar Bargfeld-Stegen mit seinen sechs Nestern keine Konkurrenz machen“, meint Jessen mit einem Augenzwinkern. Doch man sei hier doch ganz aus dem Häuschen, dass endlich ein Storchenpaar im Dorf niste. Und dass das Nest gut angenommen wird, ist offensichtlich: Bereits wenige Stunden nach dessen Errichtung, ließ Meister Adebar sich mit seiner Storchendame im Horst nieder. Jetzt wartet ganz Nienwohld auf Nachwuchs. „Wir sind mit dem Nest etwas spät dran“, sagt Manke. Doch er glaube nicht, dass Störche bei der Familienplanung einen Kalender bräuchten.

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