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Musiktheater : Ein Musik-Plädoyer für Plattenläden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zum 25-jährigen Bestehen ihrer Band bringen DiLämma morgen Abend ihr Musiktheaterstück „Staub und Glanz“ auf die Bühne

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Plattenläden – da darf man sich nichts vormachen – sind eine austerbende Geschäftsform. Internetversandhandel und MP3-Streamingdienste haben ihnen nach und nach den Rang abgelaufen. Längst liegt an vielen Orten Staub auf den letzten Dekorationen und zurückgelassenen Schallplatten in geschlossenen Geschäften.

Genau an dieser Stelle setzt das Stück der Bargteheider Musiktheater-Combo DiLämma an. „Staub und Glanz“ heißt die Erfolgsproduktion, die im vergangenen Jahr bereits auf die Bühne des Kleinen Theaters gebracht wurde und nun leicht überarbeitet und mit noch professionellerer Unterstützung erneut aufgeführt wird.

Der Anlass ist der 25-jährige Bandgeburtstag, der Gruppe, die erst eine richtige Band war, die dann zu einem Musiktheaterprojekt wuchs und mittlerweile in diesem Bereich zu Hause ist. Oliver Greinus ist so der musikalische Kopf der Band, die bis auf eine Umbesetzung am Bass noch aus den Gründungsmitgliedern besteht. Aktuell sorgen neben ihm an an den Tasteninstrumenten , Dirk Hartmann (Gitarre), Christian Mewes (Schlagzeug) und Andreas Neuer (Bass) für die musikalische Grundlage

Bei den Sängern gab es allerdings im Vergleich zum Vorjahr gleich drei Umbesetzungen. Gründungsmitglied Jörn Fitschen stieg berufsbedingt aus und auch Marian Regdosz verließ die Gruppe. „Wir haben uns nicht verstritten. Es hat nur private und berufliche Gründe“, betont Greinus. Aber natürlich bedauere man diese Verluste. „Ich dachte eigentlich nach 25 Jahren hat man alle Gründe durch, weshalb man aufhören könnte“, so Greinus.

Doch dank eines kleinen Castings wurden gleich drei neue Sänger gefunden, die als „echte Bereicherung“ angesehen werden: Ian Robinson, Kolja Toll und Jan Hansen verleihen so den von ihnen gespielten Charakteren gleichzeitig andere, eigene Facetten, was die neue Inszenierung noch frischer wirken lässt. Außerdem hat die Formation sich professionelle Unterstützung besorgt, um noch besser schauspielern zu können. Der Schauspieler Rolf Claussen (Hidden Shakespeare, Söhne Hamburgs) arbeitete mit den Bargteheider Laiendarstelern und kitzelte ungeahnte Talente und Fähigkeiten heraus.

Die Geschichte rund um die junge Erbin Lizzie – gespielt von der überzeugenden Daniela Haß – versucht den alten Plattenladen ihres verstorbenen Großvaters wieder in erfolgreiche Zeiten zu führen. Als ihr das gelingt, wird aber aus der charmanten jungen Frau mit Idealen eine gierige Geschäftsdame. Auch in dem Stück – wie in der realten Welt – scheinen plötzlich das Internet und die Anonymität doch wieder zu gewinnen. Schlägt in „Staub und Glanz“ am Ende der Konsum die Leidenschaft? Das muss man sich natürlich selbst im Kleinen Theater anschauen.

Der Besucher des Stücks darf sich auf gute Sänger freuen, die sichtbar mit Spaß bei der Sache sind und trotzdem die notwendige Ernsthaftigkeit mitbringen, um die Charakter lebhaft und glaubwürdig darzustellen. Musikalisch gibt es eine Mischung aus Pop und Rock in den auch mal Reggae- oder Bluesklänge eingeflochten sind. Pate für die Eigenkompositionen haben hörbar Bands der 80er und 90er Jahre gestanden, wobei auch ein eigener Dilämmastil rauszuhören ist. „Staub und Glanz“ dürfte auch deshalb bereits der größte Erfolg der bisherigen DiLämma Geschichte geworden sein, weil die Inszenierung nachdenkliche, lustige und einfach auch nur unterhaltende Element geschickt miteinander verwebt.

Dass das Team – auch mit den Neuzugängen – sehr eingespielt ist, ließ sich bei den Generalproben schon erahnen. Die Chemie unter den Ensemblemitgliedern scheint zu stimmen. Wer also Lust auf eine gelungene Musiktheateraufführung hat, sollte die einzige Gelegenheit nutzen, das Stück in diesem Jahr zu sehen. „Wer weiß ob und wann wir es nochmal spielen“, sagt Hartmann. Los geht es morgen Abend im Kleinen Theater ab 20 Uhr. Der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt 15 Euro.


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