zur Navigation springen

Knubbelnasen mit Doppelpflaster : Ein „Mel’s“ kommt selten allein

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit 30 Jahren zeichnet die Oldesloerin Melanie Klütz kleine, witzige Comicfiguren und taufte sie „Mel’s.“

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Mit zwei schrägen Strichen beginnt Melanie Klütz jede ihrer Zeichnungen. Darunter kommen dann zwei Punkte als Augen, eine dicke Knollnase mit Doppelpflaster, die den großen, stets geschlossenen Mund überragt. Das, was früher „Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht“ hieß, gilt in abgewandelter Form auch für die Zeichnungen der Oldesloerin, die seit fast 30 Jahren ihre ganz besonderen Comicfiguren malt, die sie liebevoll „Mel’s“ taufte - in Anlehnung an ihren eigenen Vornamen.

Schon als Kind zeichnete die gebürtige Hamburgerin gern und ausgiebig. „Man kannte mich eigentlich nur zeichnend, damit nervte ich meine Freundinnen“, erinnert sich die 44-Jährige. „Schon immer“ malte sie ihre kleinen Männchen mit dem etwas lethargischen Gesichtsausdruck und dem Heftpflaster auf der Nase. „Die Mel’s sind mein Erkennungszeichen. Ich zeichne sie auf fast alle Briefe und Postkarten, die ich an Freunde und im Bekanntenkreis verschicke“, erzählt Melanie Klütz, die aus einer künstlerisch aktiven Familie kommt. Ihr Vater war jahrelang Hobbytöpfer, die Mutter ist schriftstellerisch aktiv und ihr Bruder lebt als erfolgreicher Musiker in München.

Melanie Klütz entschied sich schon früh für das Zeichnen mit Graphit und Bleistift. Zunächst malte sie Tiere und Filmstars nach Fotos. Und irgendwann kamen dann die „Mel’s“, die sie seitdem kontinuierlich durchs Leben begleiten. Erst seit kurzem koloriert sie ihre Bilder auch mit Aquarellfarben. Auf diese Idee brachte sie Bodo Rahnenführer vom Oldesloer PriMa-Club. Nun erstrahlen ihre Männchen und Weibchen in frischen, bunten Farben.

Gern hätte Melanie Klütz etwas in Richtung Graphik studiert, doch während eines anderthalbjährigen USA-Aufenthalts entschied sie sich um, arbeitete als Sachbearbeiterin in einer Spedition und später in einem großen Pharmaunternehmen. Inzwischen hat sie ihren Lebensmittelpunkt in Bad Oldesloe.

Eine Zeichnung dauert rund drei Stunden. „Es sieht recht einfach aus, ist es aber nicht“, sagt Melanie Klütz, die manchmal auch unzufrieden ist mit ihren Zeichnungen. Wenn das freie Zeichnen mit einem schwarzen Eddingstift nicht auf Anhieb klappt, wird das Werk kurzerhand vernichtet. Wichtig ist der Künstlerin eine witzige Botschaft, die sie mit den Zeichnungen verknüpft. Der Anlass kann ein Geburtstag sein, eine besondere Einladung oder die Mel’s verkünden „I love you“, wünschen ein „Frohes neues Jahr“ mit Luftschlangen und einem Glas Sekt in der Hand.

Eines aber haben alle Mel’s gemeinsam: Sie sind Charakterköpfe mit einem Patent, denn ihre Schöpferin hat sich bereits vor langer Zeit das Urheberrecht sichern lassen. Die Figuren sind alterslos, haben witzige Frisuren, Knickohren, hervorstehende Zähne, was sie nicht eben hübsch macht, und einen treuen Blick. „Die Köpfe habe ich seit 30 Jahren nicht verändert, weil sie mein Erkennungszeichen sind“, betont sie . „Der Grund-Mel bleibt, wie er ist.“

Inzwischen hat Melanie Klütz Grußkarten mit 24 verschiedenen Motiven drucken lassen,. Auch individuelle Anfertigungen sind jederzeit möglich.

 

Weitere Infos gibt es bei Melanie Klütz, Tel. 04531-5253 oder per E-Mail: melanie.kluetz@gmx.de

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen