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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 10:50 Uhr

Bad Oldesloe: : Ein Mekka für Naturfreunde

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In der Wolkenweher Niederung leben viele seltene Vogelarten. Ornithologen aus ganz Norddeutschland kommen inzwischen hierher.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 06:00 Uhr

„Bad Oldesloe ist mittlerweile ein Begriff unter Ornithologen. Zurzeit laufen in der Wolkenweher Niederung Vogelkundler aus Nah und Fern mit dicken Fernrohren herum, weil sich dort an der großen offenen Wasserfläche ziemlich regelmäßig ein kleines Sumpfhuhn zeigt“, sagt Klaus Graeber, der ebenfalls häufig mit seinem Fernrohr in der Niederung unterwegs ist und hier schon jede Menge seltene Vogelarten entdeckt hat. Das vom Aussterben bedrohte Sumpfhuhn, auch Kleinralle genannt, liebt überflutete und ausgedehnte Altschilfbestände. Und genau die gibt es in der Wolkenweher Niederung und im angrenzenden Brenner Moor reichlich. Das Sumpfhuhn ist allerdings sehr scheu und nur selten zu sehen. Dagegen nehmen sich die Kraniche, die hier momentan ebenfalls gut zu beobachten sind, schon fast als alltägliche Gäste aus. „Ich habe schon Trupps von bis zu 30 Kranichen hier beobachtet“, sagt Klaus Graeber, Vorsitzender des Nabu Bad Oldesloe. Aber auch Wasserrallen, Bekassinen, Kormorane, Wasserrallen, Pieper, Kiebitze, Reiher sowie Schwarz- und Braunkehlchen fühlen sich hier wohl und und ab und an kommt auch mal ein Seeadler vorbei. Der exotischste Vogel, der hier gesichtet wurde, ist die Zitronenstelze (Motacilla citreola), die als Irrgast aus Sibirien hier zwischenlandete. „Irgendwas ist hier immer zu sehen“, freut sich Klaus Graeber und richtet sein Spektiv auf den Rand einer Wasserfläche. Hier wachsen seltene Salzastern, die jetzt gerade blühen.

„Wir hatten zunächst Bedenken, dass die beiden Salzquellen in der Niederung nach dem Abstellen des Pumpwerkes durch den höheren Wasserstand beeinträchtigt werden könnten. Aber jetzt sehen wir, dass die geschützten Biotope sogar profitieren und sich besonders gut entwickeln. An einer der Salzquellen haben wir im Sommer sogar Queller gefunden, der erste Nachweis außerhalb des Brenner Moores“, freut sich der Biologielehrer. Queller findet man sonst eigentlich im Wattenmeer.

Neben den Salzquellen gibt es auch einige Süßwasserquellen, in deren Umgebung sich langsam eigene kleine Biotope mit der Rispensegge entwickeln. Die Flächen in der Wolkenweher Niederung gehören der Stiftung Naturschutz und der Stadt. Ein Fußweg führt von Wolkenwehe aus durch die Niederung bis zur Grünen Brücke. Radfahrer nutzen gerne den Weg, aber auch Spaziergänger und Angler. Von der Grünen Brücke aus führt ein Bohlenweg durchs Brenner Moor, der kürzlich vom Nabu als Lehrpfad ausgewiesen wurde - mit mehreren Infotafeln, neuen Faltblättern und als Besonderheit mit zehn Stationen, an denen man sich zusätzliche Informationen über einen QR-Code auf sein Smartphone holen kann.




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